Akademie Dr. Obladen GmbH
Kategorie: Betriebswirtschaft

E-Vergabe in der Praxis

E-Vergabe in der Praxis
Vollständige Digitalisierung des Vergabeverfahrens.
Was muss online zur Verfügung gestellt werden?
Wer haftet bei Übermittlungsfehlern?

Teilnehmer

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter des Einkaufs und des Rechnungswesens in Fachämtern und zentralen Vergabestellen von Kommunen und kommunalen Unternehmen sowie an alle anderen öffentlichen Auftraggeber in Deutschland, nicht zuletzt auch an die Führungsebene und an die Juristen aus den Rechtsabteilungen / Rechtsämtern, ferner an Berater im öffentlichen Auftragswesen.

Nutzen

Die E-Vergabe ist rechtlich verpflichtend geworden. Auftraggeber werden zur Bereitstellung der Vergabeunterlagen in digitalen Formaten verpflichtet, Bieter dazu, Angebote elektronisch einzureichen.
Mit der E-Vergabe entstehen jedoch neue Fehlerquellen für die Beschaffungspraxis: Was ist, wenn die Unterlagen nicht vollständig online bereitgestellt werden? Reicht nicht auch ein Link auf die Unterlagen? Was passiert, wenn die Unterlagen wegen eines Wartungsfensters nicht verfügbar sind, eine Registrierung oder gar ein Entgelt verlangt wird? Welche Rechtsfolgen hat die Fehlbedienung des Vergabeportals, z.B. eine Verwechslung von Angebotscontainer und Kommunikationsplattform? Was ist formgültig: Rechtsverbindliche Unterschrift, elektronische Signatur oder Textform? Und was ist überhaupt Textform? Welche Folgen hat es, wenn Angebote verspätet oder unverschlüsselt übermittelt werden? Wem sind Fehler beim Kommunikationsvorgang zuzurechnen?
Das Seminar zeigt die typischen Stolpersteine eines elektronisch durchgeführten Vergabeverfahrens auf und unterbreitet praktische Lösungsvorschläge.
Das Seminar gibt Handlungshilfen für den kommunalen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse. Dabei wird auch intensiv auf die rechtlichen Vorgaben eingegangen. Für Fragen der Teilnehmer und Diskussion wird ausreichend Gelegenheit gegeben.
Ferner werden die Referenten den Teilnehmern aktuelle Informationen zum Stand der Umsetzung der e-Vergabe in Deutschland an die Hand geben.

Referenten

Prof. Dr. Christopher Zeiss ist Professor für Staats- und Europarecht an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Bielefeld). Zuvor hat Prof. Dr. Zeiss als Referent am Bundesministerium der Justiz (Berlin) u.a. vergabe- und kartellrechtlichen Gesetzgebungsverfahren des Bundes (z.B. 8. GWB-Novelle, energieeffiziente Beschaffung, elektronische Signatur) begleitet.
Die Beschaffungspraxis kennt Herr Prof. Dr. Zeiss aus mehrjähriger Tätigkeit als Rechtsanwalt und Richter (u.a. Bonn, Marburg, Leipzig). Er hat als externe Beschaffungsstelle Vergabeunterlagen entwickelt und bundesweit Vergabeverfahren (z.B. betreffend Arzneimittel, Bau, ÖPNV, Abfallentsorgung) durchgeführt sowie in Vergabenachprüfungsverfahren für die Interessen seiner Mandanten gestritten. Als Of Counsel ist Herr Prof. Dr. Zeiss auch weiterhin insbesondere bei großen IT-Beschaffungen (PC, NGN, VOIP, elektronische Akte, E-Vergabe), Konzessionsvergaben und Tourismusprojekten involviert. Zudem ist er Herausgeber und Autor vergaberechtlicher Standardnachschlagewerke, wo er u.a. für die Kommentierungen zur E-Vergabe verantwortlich ist und Mitherausgeber der Zeitschrift Vergabepraxis & -recht (VPR).

Programm

Neue Pflichten
Reichweite der Pflicht zur E-Vergabe. Ende der Übergangsregelungen. Unterschiede VgV, UVgO und VOB/A.
Mehr Technik
BIM. Datenschutz und Datensicherheit. EU-DSGVO, BDSG - neu, LDSGneu etc.. Technische Möglichkeiten (Verschlüsselung, VPN usw.)
Praktische Tipps für Auftraggeber
Wie und wo Ausschreibung veröffentlichen? Alle Unterlagen Online? Reicht nicht auch ein Link auf die Unterlagen?
Mehr Transparenz
Inhalt der Bekanntmachung. Registrierungszwang und Gebühren? Umgang mit Wartungsfenstern und Systemproblemen.
Praktische Tipps für Bieter
Wie ein elektronisches Angebot einreichen? Zugang zu geänderten Vergabeunterlagen u. Antworten auf Bieterfragen.
Neue Formvorschriften
Elektronische Signatur u. elektronisches Siegel. Textform und was ist das? Verschlüsselung. Zulässige Dateiformate. Nischen für E-Mail.
Neue Fehlerquellen
Umgang mit Übermittlungsfehlern. Verspätung. Fehlende Verschlüsselung.

Gebühr

490,00 € zzgl. MwSt.