Akademie Dr. Obladen GmbH

Finanzierung von Deponien nach Kommunalabgaben-, Handels- und Steuerrecht

Finanzierung von Deponien nach Kommunalabgaben-, Handels- und Steuerrecht

© Zsolt Biczó - fotolia.com

Reform des Bilanzrechts. Bewertungsvorschriften für Rückstellungen.
Zusätzliche Belastungen für Deponiebetreiber. Konsequenzen für den Jahresabschluss.
Strategien für die Entgelt-/ Gebührenberechnung.

Teilnehmer

Die Fachkonferenz richtet sich an Vorstände und Geschäftsführer sowie an kaufmännische Führungskräfte von Deponiebetreibern.

Nutzen

Die unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben für die Bildung von Rückstellungen für Deponien nach Kommunalabgabenrecht, Handelsrecht und Steuerrecht stellen für viele Deponiebetreiber eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Die Finanzierung von Deponien ist über einen sehr langen Zeitraum zu gewährleisten. Die rechtlichen Vorgaben zur Bildung von Rückstellungen aber auch zur Abzinsung unterscheiden sich zum Teil erheblich. So kommt es z. B. zu Konstellationen, in denen der handelsrechtliche den steuerrechtlichen Rückstellungsbetrag unterschreitet. Die Finanzverwaltung vertritt die Auffassung, dass die handelsrechtliche Bewertungshöhe die Obergrenze für den steuerlichen Rückstellungsbetrag darstellt. Werden somit die handelsrechtlichen Werte auch in der Steuerbilanz ausgewiesen, führt dies dazu, dass die (eigentlich höheren) Rückstellungswerte gewinnerhöhend aufgelöst werden müssten, was Steuermehrbelastungen zur Folge hätte. Für kommunale Deponiebetreiber stellt sich in vielen Fällen die Frage, in welcher Höhe eine Abzinsung der Rückstellungen zu erfolgen hat und in welchem Verhältnis die insoweit geltenden Vorgaben zum kalkulatorischen Zinssatz stehen.
Die Auswirkungen der kommunalabgabenrechtlichen, handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen auf die Deponiebetreiber werden anhand von praktischen Beispielen erörtert und mit den Teilnehmern diskutiert. Herausgearbeitet werden die je nach Rechtsform des Deponiebetreibers sinnvollen Strategien für den anstehenden Jahresabschluss und für die Gebührenkalkulation.

Referenten

Jürgen Gruber, Abteilungsleiter Controlling, Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden
RAin Katrin Jänicke ist Rechtsanwältin und Partnerin im Anwaltsbüro Gaßner, Groth, Siederer und Coll. und berät seit vielen Jahren öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger bei der Ausgestaltung von Gebührenkalkulationen und Abfallgebührensatzungen.
Mathias Kossyk, Geschäftsführer, K+W Wirtschaftsberatung GmbH (Kiel)
Dipl. Kfm. Torsten Stockem, Steuerberater (Senior Manager), PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Hamburg)

Programm

K. Jänicke: Rechtsrahmen der Bildung von Rückstellungen
Überblick zu BilMoG und Kommunalabgabenrecht. Unterschiede in der Anwendbarkeit von BilMoG und Kommunalabgabenrecht nach der Rechtsform der Deponiebetreiber. Berechnung der Rückstellungen nach BilMoG. Unterschiede BilMoG zu steuerrechtlichen Wertansätzen. BilMoG und kommunalabgabenrechtliche Vorgaben zur Bildung von Rückstellungen. Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen für stillgelegte Deponien und Rückstellungen in der Gebührenkalkulation und Leistungsproportionalität.
M. Kossyk: Fallbeispiel Bad Segeberg
Technisches Gutachten als Grundlage der zukünftigen Ausgaben für die Stilllegung und Nachsorge. Bewertung der Ausgaben mit aktuellen Tagespreisen.
M. Kossyk: Das Barwertmodell zur Kalkulation der Rückstellungen nach BilMoG
Barwertmodell: Abzinsungen der Ausgaben auf den Basiswert und auf den Jahresabschluss. Bewertung der Deponierückstellung als ein Bestandteil der Gebührenkalkulation.Auswirkungen des BilMoG auf den Jahresabschluss. Mögliche Auswirkungen auf die Gebührenhöhe in Folge der unterschiedlichen Berechnungsverfahren. Ermittlung der jährlichen Zuführung zur Deponierückstellung.
T. Stockem: Auswirkungen auf die Steuerbelastung
Deckelung der steuerlichen Rückstellungen durch die handelsrechtliche Bewertung. Gewinnerhöhende Auflösung der bisherigen höheren steuerlichen Rückstellungen? Berechnung von Steuermehrbelastungen. Ansatzmöglichkeiten zur Reduzierung der Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz. Aktuelle Entscheidungen der Finanzgerichte und anhängige Verfahren.
J. Gruber: Deponierückstellungen in der Praxis
Vorstellung der Überlegungen zur Berechnung der Aufwendungen für die Deponie Dyckerhoffbruch (Wiesbaden) und die Bildung von Rückstellungen.
Resümee der Referenten: Strategien für den Jahresabschluss und für die Gebühren-/Entgeltkalkulation
Vorgehen für die Erstellung des Jahresabschlusses. Einspruch einlegen gegen die Verfügung von Oberfinanzdirektionen zur Begrenzung der steuerlichen Rückstellung auf den handelsrechtlichen Wert? Spielräume bei der Gebühren-/Entgeltberechnung.
Derzeit gibt es keine Termine für diese Veranstaltung. Gerne informieren wir Sie, wenn es neue Termine gibt. Senden Sie uns dafür einfach eine E-Mail.
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