Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Berlin - 28.07.2015

Populationen von bedrohten Vogelarten entwickeln sich besser, sobald sie unter die EU-Vogelschutzrichtlinie fallen

Das zeigen WissenschaftlerInnen in ihrer heute veröffentlichten Studie des NABU-Dachverbands BirdLife International, der britischen Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) und der Universität Durham.

Sie untersuchten die Bestandszahlen und Populationstrends aller europäischen Vogelarten, die im vergangenen Jahr von den Mitgliedstaaten an die EU-Kommission gemeldet wurden. „Ob eine Vogelart zunimmt oder abnimmt, hängt immer von mehreren Faktoren ab. Jetzt aber wissen wir endlich, was in Europa den größten Einfluss hat: nämlich, ob eine Art dank der EU-Vogelschutzrichtlinie von besonderen Schutzmaßnahmen profitiert – oder eben nicht. Nach den neuesten Erkenntnissen hat dies wesentlich größeren Einfluss auf die Entwicklung einer Art als beispielsweise der Klimawandel“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

So geht es Vogelarten, die im Anhang 1 gelistet sind und damit den höchsten Schutz genießen, zunehmend besser. Das sind zurzeit 181 Arten, die zum Beispiel in ausgewiesenen Vogelschutzgebieten leben. Auch einen zeitlichen Zusammenhang decken die ForscherInnen auf. Je länger eine Vogelart bereits geschützt wird, umso besser entwickelt sie sich. Deutschland zeigt einen besonders positiven Trend, da die Vogelschutzrichtlinie bereits seit 1979 gilt.

Umso schlechter steht es um Vogelarten, die häufig vorkommen und weit verbreitet sind – ihre Populationszahlen haben stark abgenommen. Daher müssen die Richtlinien beibehalten werden und es darf keine Aufweichung des Naturschutzes durch die EU-Kommission geben, so Tschimpke.

Teilen Sie diesen Beitrag


Deutscher Naturschutzring e.V.
direkter Link zum Artikel