Wasser- und Abwasserwirtschaft
Bamberg - 16.04.2015

Austausch des alten Bauteils aus dem Jahr 1987 – 29 Meter breit und 12 Tonnen schwer

Bei Wind und Wetter im Dauereinsatz, 24 Stunden, 365 Tage im Jahr – mit der Präzision eines Uhrwerkes fährt die Räumerbrücke mit einer Spannweite von 29 Meter über zwei parallel angeordnete Vorklärbecken. Die montierten Räumschilder bewegen sich am Beckenboden und schieben die abgesetzten Fäkalien und Schwebstoffe in einen Trichter am Ende der 40 Meter langen Bahn.

Gleichzeitig „sammelt“ ein Schwimmstoffschild auf dem Wasser treibende Fette und Öle ein. Nach 27 Jahren Betriebszeit erfolgte am Mittwoch (15.04.2015) der Austausch und Einbau eines neuen Räumers aus Edelstahl.

Wie der Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Bamberg (EBB) mitteilt, war das bisherige Anlagenteil nicht mehr wirtschaftlich zu überholen. Der Ersatz, gefertigt durch AWT Umwelttechnik Eisleben GmbH, wurde mittels Schwerlasttransport in die Bamberger Kläranlage gebracht. In weniger als einer halben Stunde beförderte ein 160 Meter-Autokran das rund 12 Tonnen schwere Stahl-Bauwerk in die vorbestimmte Position. Am Rande der Vorklärbecken laufen dazu die Führungsschienen, auf denen sich die Räumerbrücke mit einer Geschwindigkeit von 3 Zentimeter pro Sekunde von Ost nach West bewegt.

Abwasserreinigung auf höchstem technischen Niveau

Die Kosten der technischen Neuerung belaufen sich auf insgesamt ca. 330.000 Euro. Die Erwartungen der Stadt Bamberg bringt Thomas Beese, Technischer Werkleiter des EBB und Baureferent, auf den Punkt: „Wir gehen davon aus, dass der Räumer wiederum für mindestens 30 Jahre präzise seine Arbeit erledigen wird und dass die Abwasserreinigung in der Kläranlage Bamberg unverändert auf höchstem technischen Niveau und unter Einhaltung aller Umweltstandards erfolgt.“

Die Abwasserreinigung in der Kläranlage umfasst einen mechanischen, biologischen und chemischen Abwasserbehandlungsteil. Im Zuge der mechanischen Reinigung werden u.a. die ungelösten Stoffe aus dem Abwasser durch Sedimentation im Vorklärbecken entfernt. Durch die Verringerung der Fließgeschwindigkeit setzen sich Fäkalien oder Papier im Vorklärbecken am Boden ab oder schwimmen an der Oberfläche (Öle, Fette). Dazu ist ein Räumer im Einsatz, der die Materialien separiert. Die dabei erfassten Schwimmstoffe und der so genannte Roh- oder Primärschlamm wird in die Faultürme gepumpt. Das dort gebildete Gas wird in einem Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung genutzt. Damit ist die Kläranlage – zumindest rechnerisch gesehen – in der Lage, den kompletten Strombedarf aus eigener Energiegewinnung zu decken.

Hinweis: „Bamberg on tour“ – die beliebte Radl-Tour mit Oberbürgermeister Andreas Starke – besichtigt am Sonntag, 17.05.2015, unter dem Motto „Entsorgung“ auch die Kläranlage.

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Stadtverwaltung Bamberg
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