Fuhrpark und Mobilität
Osterholz-Scharmbeck - 18.03.2015
Landkreis Osterholz

Landkreis und Jägerschaft setzen neue Dialog-Displays ein

Landkreis Osterholz. 630 Wildunfälle gab es 2014 im Landkreis Osterholz. Aus Sicht des Landkreises und der Jägerschaft eindeutig zu viel. Gemeinsam werden daher seit Jahren Maßnahmen ergriffen, um Wildunfälle zu vermeiden. In diesem Jahr kommen neue Dialog-Displays hinzu.

Die beiden vom Landkreis aus den Überschüssen der kommunalen Verkehrsüberwachung angeschafften Geräte werden in Zukunft von der Jägerschaft in Bereichen aufgestellt, die in der Vergangenheit ein erhöhtes Wildunfallaufkommen zu verzeichnen hatten.

Ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h werden die Fahrzeugführer auf diesen ausgewählten Landstraßen durch einen leuchtenden Hinweis „Wildwechsel" an die Gefahren durch querendes Wild erinnert und so um eine freiwillige Reduzierung ihrer Geschwindigkeit gebeten. Dies kann auf gefährdeten Streckenabschnitten in besonders riskanten Jahres- und Tageszeiten von großem Vorteil sein. Taucht beispielsweise in 60 Meter Entfernung Wild auf der Straße auf, lässt sich der Wagen bei 80 Stundenkilometern gerade noch rechtzeitig anhalten, bei Tempo 100 wäre man zum Zeitpunkt des Aufpralls hingegen noch über 60 km/h schnell. Die Folgen eines solchen Zusammenstoßes können verheerend sein.

„Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn die Verkehrsteilnehmer mit gedrosselter Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit unterwegs wären", betonte Landrat Bernd Lütjen heute im Rahmen eines Pressegesprächs. Grund genug, in regelmäßigen Abständen öffentlich auf das Thema aufmerksam zu machen und verschiedene Aktionen zur Reduzierung der Gefahren einzuleiten. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise am Straßenrand sog. Dreibeine aufgestellt, die jeweils einen Wildunfall in den letzten 12 Monaten markieren. Nun werden die Verkehrsteilnehmer über die neuen Dialogdisplays erneut sensibilisiert.

„Es ist der Jägerschaft ein wichtiges Anliegen, zur Reduzierung von Wildunfällen beizutragen", sind sich Kreisjägermeister Heiko Ehing und der Vorsitzende der Jägerschaft Osterholz Hans-Jürgen Gieschen einig. Schließlich seien es nicht zuletzt in aller Regel die Jäger, die in ihren Revieren zu jeder Tag- und Nachtzeit nach Wildunfällen das häufig tödlich verletzte Wild aufnehmen. Die neuen Dialog-Displays seien gegenüber Dreibeinen eine sinnvolle Ergänzung, da sie nicht statisch seien, sondern die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berücksichtigten.

Finanziert wurden die beiden zusammengenommen rund 2.300 Euro teuren Dialog-Displays aus den Überschüssen der Kommunalen Verkehrsüberwachung. Diese beliefen sich in 2014 auf insgesamt rund 386 T € und werden auf Grundlage einer entsprechenden Beschlusslage der Kreispolitik ausschließlich für verkehrssicherende Maßnahmen eingesetzt. Eine Übersicht über die auf diese Weise in 2015 ermöglichten Projekte und Maßnahmen ist als Anlage beigefügt.

Für Landkreis und Jägerschaft ist klar, dass die bereits über mehrere Jahre eingespielte gute Zusammenarbeit in der gemeinsam mit der Polizei gegründeten Wildunfallkommission weiter fortgesetzt wird. Besonders wertvoll ist, dass durch einen regelmäßigen Abgleich der Wildunfallmeldungen von Polizei und Jägerschaft eine verlässliche Datengrundlage vorliegt, aus der Unfallschwerpunkte abgeleitet werden können. Diese Basis wird auch herangezogen, um künftig die Streckenabschnitte für die Verwendung der Dialog-Displays auszuwählen und auf besondere Entwicklungen reagieren zu können.

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