Öffentlicher Personennahverkehr
Dresden - 02.12.2022

Verkehrsminister Martin Dulig hat heute einen Förderbescheid über 68 Millionen Euro für die Beschaffung von neuen Niederflurstraßenbahnen an die Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Ulf Middelberg und Ronald Juhrs, übergeben. Die Mittel stehen für die Beschaffung der ersten 25 Fahrzeuge der neuesten Generation zur Verfügung.

Die Beschaffung der neuen Fahrzeuge ist Teil des gemeinsamen Vorhabens »Straßenbahn der Zukunft«, welches die LVB gemeinsam mit den Städtischen Verkehrsbetrieben Zwickau (SVZ) und den Görlitzer Verkehrsbetrieben (GVB) umsetzen. Diese Kooperation hat in Sachsens Straßenbahnbranche Pilotcharakter. Durch die gemeinsame Bestellung konnten für die beteiligten Unternehmen erhebliche Kostenvorteile insbesondere im Bereich der sogenannten Einmalkosten und der Entwicklungskosten für die gemeinsame Fahrzeugplattform generiert werden.

»Erfreulich ist, dass die Förderung der Straßenbahnen auch einen doppelten Effekt hat: Neben den maßgeblichen Verbesserungen für den ÖPNV in Leipzig profitiert auch die heimische Wirtschaft vom Auftrag der Verkehrsunternehmen. Das Herstellerkonsortium hat Standorte unter anderem in Leipzig, Grimma und Chemnitz. Wesentliche Anteile der Wertschöpfung, fast 40 Prozent, werden somit hier im Freistaat erfolgen und sichern damit auch Arbeitsplätze,« so Verkehrsminister Martin Dulig.

»Die Fördermittel des Freistaats sind ein wichtiger Baustein, der uns hilft, die Verkehrswende zu gestalten. Moderne Straßenbahnen werden helfen, mehr Menschen vom Angebot des ÖPNV zu überzeugen. Es muss uns aber über die Investitionen hinaus bundesweit gelingen, den öffentlichen Nahverkehr besser zu stützen und auszubauen«, sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

»Unsere Kundschaft bekommt mehr Platz und Komfort, unser Fahrpersonal einen hochmodernen Arbeitsplatz. Für Sachsen bringt die gemeinsame Bestellung von Görlitz, Zwickau und Leipzig einen deutlichen Preisvorteil und zugleich wichtige Innovationen für Klimaschutz und Verkehrswende", so Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Ab 2024 sollen die neuen Straßenbahnen durch Leipzig fahren und den 30 Jahre alten Fahrzeugbestand nach und nach ersetzen. Mit der »Straßenbahn der Zukunft« werden erstmals 2,40 Meter breite Fahrzeuge Einzug in Leipzig halten. Dafür wurde konsequent seit den 1990er Jahren und wird, mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Freistaats Sachsen, auch die Gleisinfrastruktur schrittweise modernisiert. Vorgesehen sind zudem eine innovative Fahrzeugsteuerung zur Senkung des Energieverbrauchs und ein integriertes Fahrerassistenzsystem. Auch die Bedürfnisse vieler bislang benachteiligter Nutzergruppen sollen besser berücksichtigt werden, z. B. durch Erfassung und Anzeige der Belegungsgrade für Rollstuhl- und Kinderwagen-Vorbehaltsflächen. Die Fahrzeugbeschaffung reiht sich zudem in die 2018 vom Stadtrat beschlossene Mobilitätsstrategie zum Ausbau des ÖPNV in Leipzig ein.

Mitte Dezember 2021 wurde der Liefervertrag zwischen den drei Verkehrsunternehmen und dem Herstellerkonsortium unterzeichnet. Die Besonderheit der Beschaffung dieser Straßenbahnen ist die fortlaufende Weiterentwicklung der Fahrzeuge während des Beschaffungsprozesses unter Beachtung der jeweils verfügbaren technischen Innovationen.

Der heute überreichte Förderbescheid ist der finanziell höchste Einzelzuwendungsbescheid der ÖPNV-Förderung des Freistaats Sachsen in diesem Jahr. Die Fördermittel entsprechen 65 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten. Grundlage für die Förderung des Vorhabens ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Gewährung von Fördermitteln im öffentlichen Personennahverkehr (RL-ÖPNV).

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