Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Berlin - 23.11.2022

Black-Friday für alternativen Konsum nutzen

Am 25. November ist „Black Friday“, zu dem viele Geschäfte und Online-Händler mit Schnäppchen werben. Mit ein paar Tipps können Sie Ihren Geldbeutel am Black-Friday schonen  und dabei der Umwelt und unserem Klima etwas Gutes tun. Wie, erklären wir hier.

Reparieren und Tauschen statt Neukaufen

Viele Elektronik-Produkte landen schnell auf dem Müll, weil ihre Reparatur aufwendig, teuer oder einfach unmöglich ist. Am Black Friday locken deshalb große Elektronik-Händler mit besonders günstigen Angeboten. „Dass Elektrogeräte so schnell kaputt gehen und ersetzt werden, ist besonders ärgerlich, weil sie teuer sind, sehr viele Ressourcen in der Herstellung brauchen und prinzipiell gut reparierbar sein könnten“, erklärt Janine Korduan, BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft. „Selbst wenn die Geräte recycelt werden, kann nur ein Teil der Rohstoffe wieder genutzt werden. Kritische Rohstoffe wie die sogenannten Seltenen Erden, sind für immer verloren.“ Daher ist eine Reparatur immer nachhaltiger. In sogenannten „Repair-Cafés“, von denen es deutschlandweit mittlerweile 450 gibt, können Verbraucher*innen ihre kaputten Geräte mitbringen und sie unter Anleitung selber reparieren. Video-Kanäle bieten ebenso praktische Reparatur-Tipps, der Fachhandel oder freie Werkstätten helfen, sollten Sie nicht selbst Hand anlegen wollen. Sollten Sie Ihr Gerät nicht mehr reparieren können, müssen Einzelhändler*innen, Lebensmittelgeschäfte, Discounter und Online Händler inzwischen defekte Elektrogeräte zurücknehmen. 

Besonders bei größeren, selten genutzten Geräten lohnt es sich, diese zu tauschen oder zu leihen. „Nachbarschaftszentren, Bibliotheken oder Nachbarschafts- sowie deutschlandweite Online-Plattformen bieten inzwischen viele Möglichkeiten, sich größere Anschaffungen, wie eine Bohrmaschine oder eine Astschere einfach zu sparen. Das Prinzip ist dabei oft: Sie verleihen Ihre Gegenstände und können sich dafür Dinge von anderen ausleihen. Das spart richtig Geld und Ressourcen. Auch der Kauf von generalüberholten, also „Second-Hand“-Elektrogeräten ist viel nachhaltiger als der Neukauf“, erklärt Janine Korduan. 

„Umsonst-Ecken“ einrichten

Eine andere Idee, mit der Sie Platz in Ihrem Keller schaffen, Ressourcen schonen und dabei Ihre Nachbar*innen besser kennenlernen: Richten Sie eine „Umsonst-Ecken“ in Ihrer Nachbarschaft ein. Wichtigster Faktor für das Gelingen der Aktion ist der Standort. Suchen Sie sich einen Platz, der einerseits stark frequentiert und von weitem einsehbar ist, aber andererseits genug Platz zum Verweilen bietet. Wichtig dabei: alle Gegenstände, die Sie in Ihre „Umsonst-Ecke“ stellen, müssen in brauchbaren Zustand sein. Dinge, die eine Reparatur benötigen, sollten mit entsprechenden Hinweis auf den Defekt gekennzeichnet sein. Auch sollten Sie darauf achten, dass keine gefährlichen oder leicht zerbrechliche Sachen angeboten werden. Kennzeichen Sie Ihre Ecke deutlich und informieren Sie mit einem Schild darüber, dass Sie Liegengebliebenes selbstverständlich fachgerecht entsorgen. Wer öffentlichen Raum nutzt, braucht in vielen Fällen eine Genehmigung. Ist die Umsonst-Ecke gepflegt und stört nicht, ist in der Regel aber kein Ärger von Nachbar*innen oder vom Ordnungsamt zu erwarten. Im Gegenteil: Solche Aktionen können auch idealer Ausgangspunkt für Nachbarschaftsbegegnungen werden und andere Menschen inspirieren. Es ist in jedem Fall zu empfehlen, sich bei der Gemeinde zu informieren. Mit etwas Glück und Engagement, kann aber auch ein fester Ort für diesen Zweck bestimmt und gestaltet werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Tauschschrank vom BUND Leipzig. Der zwölf Meter lange und über drei Meter hohe Tausch- und Begegnungsort des Leipziger Lene Voigt Parks erfreut sich großer Beliebtheit. Finanziert wurde er über eine Crowdfunding-Kampagne. 

Hintergrund: 

Jedes Jahr fallen in Deutschland alleine 20 kg Elektroschrott pro Kopf an. Der BUND fordert einen bundesweiten Reparaturbonus im nächsten Entlastungspaket und einen baldigen Start des Aktionsprogramms mit einem angemessenen Budget für einen Bonus. Dieser entlastet auch einkommensschwache Haushalte und fördert die lokale Reparatur-Wirtschaft. Der BUND fordert zudem, dass der Bonus auch auf Nicht-Elektronik-Geräte ausgedehnt wird, denn auch bei Schuhen und Textilien könnte so der Ressourcenverschwendung entgegengewirkt werden. Während bei einem Schuster 1988 noch rund 1000 Paar Schuhe pro Monat repariert wurden, sind es mittlerweile nur noch 40.

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.