Energiewende und Energieversorgung
Arnsberg - 19.12.2014
Quelle: Bezirksregierung Arnsberg

Progres.nrw-Fördermittel

Die Energieversorgung wird dezentraler - das zeigen mehr und mehr Beispiele aus der Region. Eines davon ist ein Bürgerprojekt in Lennestadt-Grevenbrück: Sie realisieren dort als Genossenschaft ein eigenes Nahwärmenetz - und erhielten von Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann hierfür jetzt in Arnsberg einen Förderbescheid über 198.950 Euro aus dem Landesprogramm progres.nrw.

Andreas Sprenger, Vorsitzender des Vorstands der Nahwärme Grevenbrück eG (i.G.), Henry Salewski, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Helmut Meier, technischer Beisitzer im Vorstand, erläuterten dem Regierungspräsidenten die Entstehung und Entwicklung des Projekts. Mittlerweile seien es 107 Haushalte, die als Mitglieder der Genossenschaft an das neue, autarke Wärmenetz angeschlossen werden möchten.

Im Namen der Genossenschaft sagte Andreas Sprenger bei dem Termin am Freitag (19.12.): "Durch Errichtung des Nahwärmenetzes wird die Genossenschaft ihren Mitgliedern eine ökologisch sinnvolle und wirtschaftlich interessante Alternative zur Deckung ihres Bedarfes an Heizwärme und Warmwasser bieten können. Der Bezug der Nahwärme wird zudem unbeeinflusst von Schwankungen auf dem Energie-Weltmarkt und damit autonom möglich sein. Das Projekt ist damit aus unserer Sicht ein gutes Beispiel, dass aktiver Umweltschutz eigenverantwortlich, wirtschaftlich und nachhaltig auch auf Ortsebene gestaltet werden kann."

Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann zeigte sich überzeugt: "Die Energieerzeugung wird durch die regenerativen Energien und die Kraft-Wärme-Kopplung immer regionaler und lokaler - das gehört aus meiner Sicht zu den überaus begrüßenswerten Folgen der Energiewende. Dezentralen, individuellen Lösungen durch Bürgerenergieanlagen und Genossenschaftsmodelle gehört die Zukunft. Sie spielen in unserem zukünftigen Versorgungssystem eine zunehmend wichtige Rolle."

Und Bürgermeister Stefan Hundt ließ aus Lennestadt ausrichten: "Die Bezirksregierung Arnsberg fördert damit ein beispielhaftes Bürgerprojekt, das unserer Entwicklung vor Ort sehr gut tut."

Jahresbedarf von 2.600 MWh/a wird gedeckt

Und das sind die wichtigsten Fakten zu dem Vorhaben:

  • Die Nahwärme Grevenbrück eG (i.G.) will die Versorgung über ein 7,4 Kilometer langes Wärmenetz realisieren. Die benötigte Wärme wird über zwei Blockheizkraftwerke bereitgestellt, die durch das Biogas der ortsansässigen Biogasanlage gespeist werden.
  • Der Jahreswärmebedarf zur Versorgung der Ein- und Mehrfamilienhäuser beträgt insgesamt zirka 2.600 MWh/a. Hinzu kommen etwa 900 MWh/a für die Versorgung öffentlicher Schulen.
  • Der aufgeführte Wärmebedarf wird in Grund- und Mittellast zu 82 % durch die Abwärme der Blockheizkraftwerke bereitgestellt - mit einer thermischen Leistung von 2 x 470 kW. Die verbleibenden 18 % werden im Spitzelastbereich über eine separate konventionelle Spitzenlast- und Redundanzkesselanlage abgedeckt. Damit ist eine Vollversorgung der Anschlussnehmer garantiert.
  • Bei der Wärmerohrleitung handelt es sich um ein Kunststoffmantelrohr mit Stahl oder PEX-Mediumrohren. Die Netzvorlauftemperatur beträgt maximal 85 °C. Der maximale Betriebsdruck ist mit kleiner 10 bar ausgelegt. Rund 4.500.000 kWh/a sollen über das Netz transportiert werden.

Die Gesamtausgaben für das Projekt liegen bei rund 2,7 Millionen Euro, davon sind rund 1,4 Millionen Euro förderfähig. Die bewilligte Zuwendung aus progres.nrw-Mitteln für die Auskopplung und das Leitungsnetz erfolgt jetzt in Form einer 15-prozentigen Anteilfinanzierung.

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