Energiewende und Energieversorgung
Freising - 19.12.2014

Kreislaufwirtschaft nicht behindern

Pauschale Obergrenzen sind nicht sachgerecht. Lagerdauer für alle organischen Dünger einheitlich regeln. Am gestrigen Donnerstag wurde der lange erwartete Entwurf der neuen Düngeverordnung, auf den sich das Bundeslandwirtschafts- und das Bundesumweltministerium jetzt verständigt haben, veröffentlicht.

Die Novelle der Düngeverordnung hat eine große Bedeutung für die in Deutschland betriebenen Biogasanlagen. So sieht der Entwurf die Einführung einer pauschalen Obergrenze für Gärprodukte aus Biogasanlagen vor. „Pauschale Obergrenzen ohne Berücksichtigung der Standortbedingungen sind nicht sachgerecht“, betont Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer beim Fachverband Biogas e.V. „Eine Ausnahmeregelung, wie im Entwurf vorgesehen, ist das zwingend erforderliche Minimum, um Nährstoffkreisläufe geschlossen halten zu können.“ Die vorliegende Fassung der Novelle gibt den Ländern die Möglichkeit, Ausnahmen zu genehmigen, wenn beispielsweise nachweisbar ein höherer Nährstoffbedarf besteht und keine Nährstoffverluste zu befürchten sind. „So könnten ertragsstarke Fruchtfolgen statt mit teuren und unter erheblichem Energieaufwand hergestellten Mineraldüngern mit Gärprodukten gedüngt werden. Mit diesen Regelungen würde es gelingen, die zuvor geernteten Nährstoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft zurückzuführen, ohne eine Belastung des Grundwassers zu riskieren.“ erläutert der Diplomagraringenieur weiter.

Die Entwurfsfassung beinhaltet zudem Vorgaben hinsichtlich der Mindestkapazität zur Lagerung von Wirtschaftsdünger. Diese orientieren sich an den Zeiträumen zu denen nach guter fachlicher Praxis gedüngt werden kann und berücksichtigen damit regionale Begebenheiten. „Die vorgeschriebene Mindestkapazität am Düngefachrecht zu orientieren, ist sinnvoll, sollte aber einheitlich für alle organischen Düngemittel gelten.“ ergänzt Rauh.

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Entwurf Düngeverordnung veröffentlicht als PDF - Anhang 1
Fachverband Biogas e.V.
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