Energiewende und Energieversorgung
Cuxhaven - 18.12.2014
Quelle: Stadt Cuxhaven

Maritime Wertschöpfung in Cuxhaven

Nachdem es aufgrund der Diskussionen um die Strompreisbremse und die Ausgestaltung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) von Mitte 2012 bis Mitte 2014 zu einem Stillstand von Investitionen in Offshore Windparks gekommen war, hat sich das Investitionsklima in Deutschland nach der Verabschiedung der Novellierung des EEG am 1. August für die Offshore-Windenergie wieder verbessert.

Mehrere Windparks stehen kurz vor der Fertigstellung, weitere Projekte zur Realisierung bis 2017 sind jetzt beschlossen, andere stehen kurz vor der finalen Investitionsentscheidung. Für die Finanzierung von deutschen Windparks können, nachdem die rechtlichen Rahmenbedingungen im Offshore Bereich bis Ende 2019 klar sind, jetzt wieder ausländische Investoren gewonnen werden.

Für den Wirtschaftsstandort Cuxhaven hat diese verbesserte Investitionssicherheit positive Auswirkungen. Die sehr guten Hafeninfrastrukturen der Offshore Basis Cuxhaven und die logistischen Dienstleistungen haben sich am Markt bewährt. Die aktuell fertiggestellte Logistikfläche der Cuxhavener Hafen Entwicklungsgesellschaft und die Offshore-Terminals von NPorts werden für die Installation, und Inbetriebnahme von Offshore-Windparks absehbar gut nachgefragt und ausgelastet sein. Der Bedarf an maritimen und anderen Dienstleistungen aus Cuxhaven wird in diesem Segment weiter zunehmen.

Mit diesen Infrastrukturen und erfahrenen maritimen Dienstleistern vor Ort hat sich die Offshore Basis Cuxhaven einen guten Ruf in der Offshore-Branche verschafft. Diverse Windparks sind bisher schon von Cuxhaven aus errichtet worden, weitere stehen in den nächsten Jahren zur Errichtung von Cuxhaven aus an.

Die beste Werbung ist die, die durch zufriedene Kunden erfolgt und daher ist es besonders wichtig, wenn Cuxhaven als Offshore Logistik Standort von Windparkbetreibern wie E.ON für die Errichtung des Parks „Amrumbank West“ und von Jens Assheuer von WindMW für das Projekt Meerwind Süd /Ost auf internationalen Veranstaltungen und Konferenzen gelobt wird.

Der Ausbau der Offshore Basis Cuxhaven, der von 2006 bis 2014 von den jeweiligen Landesregierungen umfassend unterstützt wurde, verfolgt das übergreifende Ziel, dass sich die Stadt Cuxhaven und die Region mittel- und langfristig zu einem norddeutschen Zentrum der maritimen Wertschöpfungskette der Offshore Windenergie entwickelt.

Verschiedene Akteure arbeiten dabei in Cuxhaven gemeinsam daran, dieses Ziel zu erreichen. Dies sind auf der einen Seite Unternehmen und Institutionen der öffentlichen Hand, auf der anderen Seite zahlreiche Cuxhavener Unternehmen, die maritime und logistische Dienstleistungen anbieten. Auch für Insider ist es manchmal schwer, die Rollenverteilung der Akteure bei dieser seit 2006 andauernden Entwicklung genau auseinanderzuhalten.

Die Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) baut als Gesellschaft des Landes Niedersachsen seit 2006 die Hafeninfrastrukturen der Offshore Basis Cuxhaven.

Dazu gehören u.a. die Offshore-Schwerlastplattform als spezielles Hafenbauwerk für die Verladung und den Umschlag von sehr schweren Gütern und Komponenten der Offshoreindustrie (bis zu 90 t/qm), das Offshore Terminal I, das Offshore Terminal II und die barrierefreien schwerlastfähigen Verbindungswege zwischen den Kaianlagen. NPorts verpachtet die in ihrem Eigentum befindlichen Flächen hinter der Kaikante an die Unternehmen der Offshore Branche.

Die Cuxhavener Hafen Entwicklungsgesellschaft (CuxHafEn GmbH) ist für die landseitige Erschließung der Flächen zuständig. Das kommunale Unternehmen hat von 2009 - 2014 über 80 ha hochwertige und speziell auf die Belange der Offshore-Windkraftindustrie abgestimmte Ansiedlungsflächen erschlossen, inklusive einer speziellen Logistik- und Schwerlastfläche auf der Cuxhavener Offshore Basis, die 5,2 Hektar groß, 380 m lang und 190 breit ist – mit einer Belastbarkeit von 25 Tonnen pro Quadratmeter. Das Investitionsvolumen zur Erstellung der notwendigen Infrastruktur beträgt 33 Mio. €. Nur mit Hilfe der Europäischen Union (EFRE-Fonds), dem Bund und dem Land Niedersachsen ist es möglich, dieses zukunftsweisende Investment durchzuführen. Neben der Bereitstellung der Infrastruktur ist die CuxHafEn GmbH für die Verhandlungen und den Abschluss von Erbbaurechtsverträgen über die Flächen, die sich in ihrem Eigentum befinden, mit den Offshore-Unternehmen zuständig.

Die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven (AfW) vermarktet als zentraler Ansprechpartner die Offshore Basis Cuxhaven gemeinsam mit NPorts und der CuxHafEn GmbH und ist für die Akquisition von Unternehmen zuständig. Dafür sind umfangreiche Bewerbungen mit allen Standortvorteilen und technischen Daten notwendig. Diese Ansiedlungsverhandlungen dauern oft viele Monate, teilwiese auch Jahre bis es zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Die AfW begleitet die Ansiedlungen als „One Stop Agency“, d.h. die Unternehmen werden während der gesamten Planungs-, Realisierung- und Umsetzungsphase von der Agentur betreut, die alle beteiligten Behörden an einen Tisch holt und schnelle Entscheidungen ermöglicht. Weiterhin ist die AfW für die Fördermittelberatung zuständig.

Die Planung, der Aufbau und die Bereiche Service und Wartung, der Offshore-Windparks und der Konverter Plattformen bieten für viele Jahre eine sehr differenzierte Wertschöpfungskette und Beschäftigung, an der maritime Dienstleister aus Cuxhaven jetzt schon umfassend teilhaben. Dieses Segment reicht von den traditionellen Dienstleistungen der Reeder, über die Lagerung und Verschiffung der Komponenten, bis hin zum Crewtransfer, der Sicherheitsausbildung des Personals und der Entsorgung von Abfällen der Windenergieanlagen und Plattformen. Nicht nur maritime Dienstleister sondern auch das Cuxhavener Hotel- und Gaststättengewerbe profitiert von den zahlreichen Mitarbeitern, die bei dem Aufbau und der Wartung der Offshore-Windparks benötigt werden.

Offshore-Windparks lassen sich nur mit dem Einsatz einer Vielzahl von Spezialschiffen errichten. Dabei kommt eine große Bandbreite von Schiffstypen zum Einsatz: Jack-Up Schiffe, Transportschiffe, Halbtaucher, SWATH-Schiffe, Schwimmkräne, Crewtransportschiffe, Pontons. Dieses Wertschöpfungssegment bietet neben dem Neubau und der Umrüstung insbesondere auch mit dem Bereich

Wartung und Reparatur für Cuxhavener Werften, Metallbauer, Zulieferer und Dienstleister eine langfristige Perspektive und ein erhebliches Potential an Wertschöpfung.

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