Kreislaufwirtschaft
Hamburg - 16.12.2014

Senat stimmt Kauf der Müllverwertungsanlage Borsigstraße durch die Stadtreinigung zu

Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt: „Die Stadtreinigung fährt ihre Müllverbrennungskapazitäten auf das für die Entsorgungssicherheit Hamburg notwendige Maß zurück und modernisiert gleichzeitig ihren Anlagenbestand. Die Kapazitäten für die Restmüllverbrennung werden an die Recycling-Offensive angepasst, die ja bis 2020 und darüber hinaus weitergehen soll.“

Prof. Dr. Rüdiger Siechau, SRH-Geschäftsführer: „Der Liefervertrag zwischen der SRH und der MVB war nach 20jähriger Laufzeit am 28. Februar 2014 ausgelaufen. In der Borsigstraße können jährlich rund 320.000 t Restmüll umweltgerecht energetisch verwertet werden. Dabei wird Fernwärme erzeugt, die ins Hamburger Netz eingespeist wird. Die 41 Jahre alte Anlage Stellinger Moor müsste demnächst aufwendig erneuert und könnte trotzdem nicht so wirtschaftlich wie die Anlage Borsigstraße betrieben werden. Stellinger Moor soll daher im kommenden Sommer stillgelegt werden. Mit dem Kauf der Müllverbrennungsanlage Borsigstraße übernimmt die SRH auch die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Team vom Stellinger Moor soll möglichst im SRH-Konzern weiterarbeiten. Es wird in beiden Fällen keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“

Die schon seit Jahren gemeinsam von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und der SRH betriebene Recycling-Offensive wird konsequent fortgesetzt. Durch immer mehr Getrenntsammlung und dem damit verbundenen Ausbau des Recyclings von beispielsweise Altpapier, Altglas, Bio- und Grünabfällen konnte die Menge des jährlich thermisch zu behandelnden Restmülls aus privaten Haushaltungen seit 2007 bereits um etwa 90.000 Tonnen gesenkt werden. Im gleichen Zeitraum ist die Summe der jährlich über die gelbe, blaue und grüne Tonne erfassten Wertstoffe um rund 54.000 Tonnen gestiegen. Allein mit der flächendeckenden Einführung der Hamburger Wertstofftonne und der getrennten Bioabfallerfassung konnten von 2010 bis 2014 durch das Recycling der Wertstoffe und die Erzeugung von Biomethan und Kompost aus den Bio- und Grünabfällen nahezu eine Million Tonnen CO2 eingespart werden.

Trotzdem ist die thermische Behandlung des verbleibenden Restmülls in modernen Müllverbrennungsanlagen auch in Zukunft eine unverzichtbare Grundlage der Entsorgungssicherheit Hamburgs. Die MVB produziert bei einer maximalen Verbrennungskapazität von 320.000 Tonnen pro Jahr etwa 16 Prozent der Fernwärme für die Versorgung der Hamburger Haushalte. Die anfallende Verbrennungsschlacke wird als Ersatzbaustoff im öffentlichen und privaten Wegebau und bei Flächenbefestigungen verwertet, Metalle werden nach dem Verbrennungsprozess sauber aussortiert und der Verwertung zugeführt.

„Der Kauf der MVB und der weitere Ausbau von Getrenntsammlung und Recycling sind kein Gegensatz“, fasst SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Siechau zusammen. „Die MVB im Eigentum der öffentlichen Hand ist Grundlage für die Entsorgungssicherheit Hamburgs sowie für die Gebührenstabilität. Wir sind stolz, dass es uns gelungen ist, die MVB in den SRH-Konzern zu integrieren.“

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Hamburgs Entsorgungssicherheit für die Zukunft gesichert als PDF - Anhang 1
Stadtreinigung Hamburg
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