Energiewende und Energieversorgung
Potsdam - 01.07.2022
Stadtwerke Potsdam GmbH

Photovoltaik-Anlage auf dem blu geht planmäßig in Betrieb

Angesichts des Ukraine-Krieges und der zweiten Stufe des Notfallplans Gas hat die Bäderlandschaft Potsdam GmbH (BLP) Einsparungen beim Energieverbrauch vorgenommen.

Zudem werden die Aktivitäten im Klimaschutz verstärkt. BLP-Geschäftsführerin Ute Sello: „Die Situation erfordert kurzfristiges Handeln und dem stellen wir uns. Dabei ist es für uns wichtig, einen sinnvollen Weg zwischen den erforderlichen Sparmaßnahmen der aktuell zweiten Stufe des Notfallplans Gas und der Gewährleistung eines weiterhin attraktiven Angebotes für unsere Bade- und Saunagäste, die vielen Schul-, Vereins-, Freizeitschwimmer und Kursteilnehmer zu finden.“ In den vergangenen Tagen wurden folgende Maßnahmen im Sport- und Freizeitbad blu und im Kiezbad Am Stern umgesetzt:

  • Absenkung der Beckenwassertemperaturen in allen Bereichen der beiden Hallenbäder um bis zu 2 °C (außer beim Babyschwimmen)
  • Absenkung der Raumluft in den Hallenbädern um bis zu 2 °C
  • Umstellen fast aller Handwaschbecken auf nur Kaltwasser (Ausnahmen im Bereich Babywickeltische)
  • Absenkung der Duschwassertemperaturen in den Hallenbädern
  • Absenkung weiterer Temperaturen bzw. Abschalten z. B. Wärmebänke in den Schwimmhallen
  • Absenkung der Temperaturen in den Saunen, z. B. in der Kelosauna im blu um 5 °C, sowie der Beckenwassertemperatur des Ausschwimmbeckens im blu.

Wie hoch die Einsparungen an Fernwärme aus diesen Maßnahmen sein werden, kann nicht beziffert werden. Dies hängt stark von der Nutzung (Anzahl der Besucher) und den Außentemperaturen ab. Gas bezieht die BLP ausschließlich für die beiden Außensaunen im blu. Hier rechnet die BLP mit einer Einsparung von ca. 15 Prozent, was ebenfalls von der Intensität der Nutzung und der Außentemperatur beeinflusst wird. Außerdem wird der Einsatz von Biogas geprüft. Weiterhin wird ab 7. Juli durch die planmäßige, wechselweise Sommerschließung jeweils einer Sportschwimmhalle, der Sauna im KBS und der Schließung des Familienbades und der Sauna im blu ab 22.8. ein weiterer Einspareffekt erreicht.

Einsparungserfordernisse für Fernwärme oder Gas gibt es bei den Strandbädern nicht, da diese als reine Strandbäder keinen Wärme- oder Gasbezug haben. Die Handwaschbecken und Duschen im Stadtbad Park Babelsberg und im Waldbad Templin haben schon immer nur Kaltwasser. Gebadet wird in den Havelseen.

Neben diesen Sofortmaßnahmen setzen die Bäder ihre bereits langjährigen Anstrengungen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit verstärkt fort.

Photovoltaik: So konnte Ende Juni – trotz aktuell angespannter Lage im Lieferantenbereich – die Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem blu abgeschlossen werden. Die Anlage umfasst 270 Solarmodule, die eine Leistung von rd. 99 Kilowatt (kW) erbringen können. Das sind pro Jahr 90.500 Kilowattstunden Strom, soviel wie ca. 29 Haushalte pro Jahr verbrauchen. Dadurch werden 38,7 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden. Für diese Maßnahme wurden Fördermittel beim Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) des Landes Brandenburg beantragt. Auch für das Kiezbad Am Stern ist eine Photovoltaikanlage geplant. Aufgrund des Alters des Gebäudes sind hier jedoch umfangreichere Voruntersuchungen und Abstimmungen notwendig, sodass die Maßnahme noch in der Bearbeitung ist.

Hohe energetische Standards: Mit der im Februar 2022 abgeschlossenen Sanierung des Kiezbades Am Stern sind die Potsdamer Bäder modern, attraktiv und auf einem sehr guten energetischen Standard. Mit der Sanierung wurden dort zahlreiche Umbauten mit energiesparenden Effekten umgesetzt. Die neue Glasfassade mit Dreifach-Verglasung bringt eine jährliche Einsparung von 29.000 kWh Wärme. Die erfolgte Sanierung der Raumlufttechnik inkl. Nachrüstung energieeffizienterer Technik und die Sanierung der Beckenwasserpumpen ersparen jährlich 87.500 kWh Strom. Weitere Einspareffekte werden über eine Wärmerückgewinnungsanlage im Wasserkreislauf sowie durch modernes Filtermaterial, das den Wasser- und Energieverbrauch im Rahmen des Filterprozesses verringert, erzielt. Die Leuchten im Innen und Außenbereich wurden auf noch sparsamere LEDs umgerüstet. Auch das 2017 fertiggestellte Sport- und Freizeitbad blu ist bereits auf einem hohen energetischen Standard. Zuletzt wurden weitere Optimierungen im Trinkwassernetz vorgenommen, um den Wasserverbrauch zu senken. Außerdem werden sogenannte Hydroweichen in den Rohwasserpumpen eingesetzt, welche 20 % der dort benötigten Energie einsparen. Und permanent werden weitere Einsparpotentiale geprüft und erschlossen, um Wasser und Energie so sparsam wie möglich einzusetzen.  

Unterstützung von Elektromobilität: In Bearbeitung ist der schnellstmögliche Einbau von Wallboxen zum Stromtanken für E-Autos in der Tiefgarage des blu.

BLP-Geschäftsführerin Ute Sello zieht ein Zwischenfazit: „In den vergangenen Jahren wurden Investitionen und Umbaumaßnahmen immer auch unter dem Aspekt der Einsparung von Wasser und Energie geplant und umgesetzt. Das nutzt dem Klima und spart Betriebskosten. Beispielsweise beziehen wir unseren gesamten Strom bereits seit 2017 als Ökostrom. Diesen erfolgreichen Weg werden wir konsequent weiter fortsetzen. So ist für das neue Strandbad Park Babelsberg nach der Verlagerung eine möglichst geringe technische Ausstattung geplant, damit gar nicht erst viel Energie benötigt wird. Für die Energie, die benötigt wird, sind als regenerative Quellen Erdwärme, Brunnen und Photovoltaik geplant. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die Veränderungen der Energieversorgung in Deutschland stellen gerade uns Bäderbetreiber vor große Herausforderungen. Unsere Besucher wollen sich in unseren Bädern weiterhin wohl fühlen, Sportschwimmen, Schwimmen lernen, Baden, in Rehasport- und Fitnesskursen etwas für ihre Gesundheit tun und sich vom anspruchsvollen, hektischen Alltag erholen. Die BLP arbeitet daran, das alles mit den möglichst geringsten Verbrauchen an Wasser und Energie so nachhaltig wie möglich anbieten zu können.“

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