Energiewende und Energieversorgung
Osterholz-Scharmbeck - 10.12.2014
Quelle: Landkreis Osterholz

Landkreis weist auf Solarkampagne hin

Eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Solarenergie ist sowohl für viele Privathaushalte als auch für Unternehmen im Landkreis Osterholz - gerade für den Eigenverbrauch - gut möglich. Das gilt auch nach der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der damit verbundenen Senkung der Einspeisevergütung.

Aus diesem Grund hat der Landkreis gemeinsam mit dem Energiewendebüro eine Solarkampagne im Rahmen der Energiewende 2030 ins Leben gerufen. Auf das in diesem Zusammenhang erstellte Solardachkataster sowie die noch verfügbaren kostenfreien Solarchecks wiesen heute Landrat Bernd Lütjen, Dezernent Richard Eckermann sowie der Projektkoordinator des Projektbüros der „Energiewende 2030“ Ulrich Müller gemeinsam hin. Das Solardachkataster ist kostenlos unter www.solardachkataster-osterholz.de nutzbar.

„Der kontinuierliche Anstieg der Energiepreise, die fallenden Investitionskosten für Solaranlagen und die Entwicklung von Speichermöglichkeiten machen Solarenergie heutzutage für Jedermann interessant“, erklärt Landrat Bernd Lütjen. Deshalb habe sich der Landkreis entschieden, ein kreisweites Solardachkataster zu erstellen. „Damit können sich alle Personen aus dem Landkreis, die sich für die Investition in Solarenergieanlagen für ihre Immobilien interessieren, darüber informieren, ob für sie die Investition in eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage sinnvoll sein kann“, so Landrat Lütjen weiter. Mit der Internet-Anwendung erhalten alle Besucher die Möglichkeit, sich über die Eingabe der Adresse oder über eine Landkreiskarte eigene Gebäude anzeigen zu lassen und können mittels einer farblichen Kennzeichnung erkennen, welche Dachflächen voraussichtlich für eine Solaranlage geeignet sind und welche nicht. „Dabei wird sowohl die Eignung für Photovoltaik, also die Erzeugung von Strom als auch für die Solarthermie, d.h. die Gewinnung von Wärme, dargestellt“, erläutert Landrat Lütjen weiter. Zusätzlich verfüge das Kataster über einen Wirtschaftlichkeitsrechner, um Interessierten eine Auskunft darüber zu ermöglichen, wie hoch die Investitionen sowie der mittelfristige wirtschaftliche Nutzen einer Solaranlage voraussichtlich seien.

Mit dem Solardachkataster hat der Landkreis Osterholz bewusst ein unkompliziertes und benutzerfreundliches Werkzeug entwickelt, um das Interesse und die Investitionsbereitschaft der Menschen an der solaren Energieerzeugung zu fördern. „Die Auskünfte im Solardachkataster sind allerdings nur erste Bewertungen und können nicht alle baulichen Besonderheiten (z.B. Gauben) berücksichtigen“, verdeutlicht Dezernent Richard Eckermann. Die Nutzung ersetze deshalb keinesfalls die konkrete Beratung und Planung durch ein Fachunternehmen. Im Kreisgebiet gebe es dafür eine Reihe qualifizierter Fachbetriebe, die über vielfältige Praxiserfahrungen gerade hinsichtlich der möglichst optimalen Ausgestaltung der Eigenstromnutzung verfügen.

Seit seiner Freischaltung am 18. Oktober habe das Solardachkataster bereits großen Zuspruch erfahren, so Eckermann weiter. Aktuell seien bereits 1.879 Zugriffe auf das Solardachkataster zu verzeichnen gewesen.

Begleitet wird das Solardachkataster von 40 kostenlosen Beratungsangeboten, sog. Solarchecks. Hierüber können Eigentümer konkrete Beratung und Informationen erhalten, wie sie bei sich zu Hause von der Kraft der Sonne profitieren können. „Derzeit sind noch 16 der Solarchecks verfügbar und können bis zum 31.12.2014 vergeben werden“, erklärt der Koordinator des Projektbüros Ulrich Müller. Die bereits durchgeführten Beratungen hätten gezeigt, dass großes Interesse an der Nutzung von selbst produziertem Strom bestehe.

Wer ebenfalls an einer Beratung interessiert ist, kann sich unter 04791/930-204 an die Kreisverwaltung wenden. Voraussetzung für die Beratung ist, die grundsätzliche Eignung eines eigenen Gebäudes für eine Solarenergieanlage mit einem Ausdruck aus dem Solardachkataster zu belegen. Die Vergabe der Termine erfolgt auch weiterhin im Windhundverfahren, das heißt, nach Reihenfolge des Eingangs der Beratungswünsche. Auch nach Ablauf der Aktion werden selbstverständlich gerne Beratungstermine vermittelt, dann allerdings nicht mehr kostenfrei.

Im Rahmen der Solarchecks informiert ein Energieberater des Osterholzer Energieberaternetzwerks ENERKOM zu Hause über die Möglichkeiten, mit einer Solarwärmeanlage die Heizung zu unterstützen oder mit Photovoltaikzellen Strom zu erzeugen. Der unabhängige Experte nimmt sich dabei eine Stunde Zeit, um unter anderem Dachtyp, -zustand und -schräge, Verschattungsgrad, vorhandener Heizungstyp und die Anschlussmöglichkeiten für die Installation in Augenschein zu nehmen. In den Solarcheck einbezogen wird zudem der individuelle Strom- und Wärmeverbrauch. Außerdem gibt der Energieberater Tipps zu Fördermitteln und beantwortet Fragen zu Investitionskosten und Wirtschaftlichkeit.

Die Solarchecks sind ein Kooperationsprojekt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen mit regionalen Klimaschutzagenturen in mehreren Modellregionen in Niedersachen. Ziel ist es, mit einem qualifizierten, unabhängigen und kostenlosen Beratungsangebot den dezentralen Einsatz von Solarenergie vorrangig zur Eigennutzung zu stärken, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

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Landkreis Osterholz
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