Stadtbildpflege, Stadtreinigung und Winterdienst
Rastatt - 09.12.2014

Straßenmeistereien sind gerüstet

Lange vor dem kalendarischen Winterbeginn nehmen die Straßenmeistereien im Landkreis Rastatt die Wetterprognosen fest in den Blick, um mit ausreichenden Salzvorräten und gefüllten Soletanks für Schnee und Eis rechtzeitig gewappnet zu sein. In diesem Winter kommt im Kreisgebiet weitestgehend die neue Feuchtsalztechnik zum Einsatz.

„Nach dem zurückliegenden, wohl mildesten Winter seit Jahren sind wir diesmal in der glücklichen Situation, quasi mit den vollen Silos und Tanks des Vorjahres in die Saison starten zu können“, freut sich Thomas Marx, der Leiter des Straßenbauamtes im Landratsamt. Für den bevorstehenden Winter stehen wiederum rund 2.900 Tonnen Streusalz sowie erstmals 120.000 Liter Solelösung bereit.

Jeweils rund 800 Tonnen Salz werden in den Straßenmeistereien in Bühl und Gernsbach gelagert, jeweils 400 Tonnen befinden sich in den Winterdienst-Stützpunkten Herrenwies und Erbersbronn. Weitere 450 Tonnen lagern in den Salzsilos beim Landschaftspflegebetrieb in Rastatt-Niederbühl.

Die stufenweise seit 2013 angestrebte Umstellung auf die Feuchtsalztechnik kann landkreisweit ab sofort bei fast jeder winterlichen Beeinträchtigung eingesetzt werden. Vorzugsweise laut Marx jedoch in der Rheinebene beziehungsweise dort, wo Reifglätte und überfrierende Nässe öfter vorkommen, denn dann ist die Technik durch die schnelle und sofortige Tauwirkung sehr effektiv. Üblicherweise kommt dabei ein Mischungsverhältnis von 7 : 3 nach Gewicht zwischen Trockensalz und Salzlösung zur Anwendung. „Mit der neuen Technik sind bei entsprechenden Wetterprognosen auch vorbeugende Einsätze möglich, damit erst gar keine Glätte entstehen kann“, betont Marx. Bei Neuschnee kommt sie dagegen lediglich während der ersten Einsatzfahrt zur Anwendung, um die Strecken räumfähig zu halten. Bei heftigem Schneefall, insbesondere in den Höhenlagen, bleibe daher weiterhin das Räumschild erste Wahl, um die Straßen befahrbar zu halten.

Die geplanten Investitionskosten für die Umstellung auf die Feuchtsalztechnik belaufen sich insgesamt im Landkreis auf rund 470.000 Euro. Bereits 2013 wurden die Straßenmeisterei Bühl und der Winterstützpunkt Niederbühl mit jeweils einem Solelagertank mit einer Lagerkapazität von 40.000 Litern zur Einlagerung von Calciumchlorid-Sole ausgestattet. In diesem Winter wird ein weiterer Tank in Gernsbach in Betrieb genommen. Die abschließende Maßnahme in Herrenwies konnte laut Mitteilung der Pressestelle bislang noch nicht realisiert werden, da hier noch eine Wasserzuleitung an den Stützpunkt fehlt, die erst noch von einer Hauptwasserleitung aus etwa 150 Meter Entfernung verlegt werden muss.

Zusätzlich investiert der Landkreis in die Beschaffung von Feuchtsalzstreuautomaten. Zwei Drittel aller Fahrzeuge sind inzwischen entsprechend ausgestattet. Die Straßenmeisterei Gernsbach erhielt bereits im Sommer einen 300 PS starken, ganzjährig einsetzbaren Unimog, zusammen mit einem Feuchtsalzstreuautomaten, einem Schneepflug und als Großräumgerät mit einer Vorbauschneefräse.

Durch den Einsatz der Feuchtsalztechnik können bis zu 35 Prozent des Salzes als Trockenstoff eingespart werden. Dies ist laut Straßenbauamt auf die bessere Haftung an der Straßenoberfläche, die geringeren Verluste durch Wind sowie die längere Verweildauer auf der Fahrbahn und die damit verbundene geringere Anzahl an Einzelfahrten zurückzuführen. Die Landkreisverwaltung erhofft sich durch die innovative Technik jährliche Kosteneinsparungen in Höhe bis zu 80.000 Euro.

Das klassifizierte Straßennetz mit Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, das von den Straßenmeistereien geräumt und gestreut werden muss, hat eine Länge von rund 550 Kilometern. Das Straßenbauamt unterstützt durch seine Räumfahrzeuge zusätzlich auch die Städte und Gemeinden bei den Ortsdurchfahrten nach Kräften.

In den Straßenmeistereien Bühl und Gernsbach stehen 24 Mitarbeiter im Schichtdienst für den Winterdienst bereit. Hinzu kommen die beiden Einsatzleiter sowie bei Fahrzeug- und Geräteausfällen zusätzlich zwei Mechaniker. Bereits um drei Uhr in der Früh inspizieren die Winterdienstmelder bestimmte Streckenabschnitte. Bei Bedarf rücken die Straßenmeistereien dann mit allen acht Winterdienstfahrzeugen aus, damit der Berufsverkehr in den Morgenstunden ohne größere Probleme vorankommt. Verstärkt wird das Team durch beauftragte Fremdfirmen, die mit weiteren sieben Fahrzeugen mit ihren Mitarbeitern den zugeschneiten oder vereisten Straßen im Landkreis Rastatt zu Leibe rücken.

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Landratsamt Rastatt
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