Wasser- und Abwasserwirtschaft
Berlin - 19.10.2021

Deutsche Umwelthilfe ehrt Wasserwirtschaftsamt Ansbach für naturnahe Gewässerentwicklung

Wasserwirtschaftsamt Ansbach hat den einst schnurgeraden Fluss Altmühl revitalisiert und ihm Raum und Dynamik zurückgegeben

DUH zeichnet heute die Verantwortlichen als „Flussbefreierinnen und Flussbefreier“ aus und präsentiert die mittlere Altmühl als drittes von fünf Best-Practice-Beispielen in Deutschland

DUH vernetzt Verantwortliche deutschlandweit, um diese zu motivieren, auch kleinere Gewässer ökologisch zu entwickeln

Ansbach, 19.10.2021: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) würdigt das Wasserwirtschaftsamt Ansbach als „Flussbefreier“ für den Einsatz bei der ökologischen Umgestaltung des Flusses Altmühl in Mittelfranken. Die Verantwortlichen des Wasserwirtschaftsamtes erhalten damit die dritte von fünf von der DUH vergebenen Auszeichnungen für befreite Flüsse. Ihnen ist es durch eine ökologische Umgestaltung gelungen, der Altmühl wieder mehr Platz zu geben: Rinnen wurden dabei nur grob modelliert, die Feinarbeit leistete der Fluss aus eigener Kraft. Die positiven Effekte für das Ökosystem übertreffen sogar die Erwartungen der „Flussbefreier“, die inzwischen fast gar nicht mehr unterhaltend eingreifen müssen. Die Aue ist dadurch für nachhaltigen Tourismus und Naherholung wieder attraktiv geworden.

Mit der Auszeichnung von insgesamt fünf positiven Beispielen in ganz Deutschland möchte die DUH die kleinen Gewässer in den Mittelpunkt rücken und für eine Gewässerentwicklung sensibilisieren, die die dynamischen Kräfte der Flüsse wieder aktiviert.

Meike Metz, Projektmanagerin Lebendige Flüsse der DUH „Diesen Sommer mussten wir mitansehen, wie auch die kleinen, unscheinbaren Gewässer zu reißenden Strömen werden können. Bäche und Flüsse wieder naturnah zu entwickeln, ist deshalb essentiell für eine naturbasierte Anpassung an den Klimawandel. Die mittlere Altmühl war vor der ökologischen Umgestaltung schnurgerade, wie es noch viele Flüsse in Deutschland sind. So sollte das Wasser schnell aus der Landschaft geschaffen werden. Jetzt gibt es wieder Nebenarme und Inseln. Der Fluss hat wieder Platz, um sich zu entfalten und auch das Wasser wird in der Landschaft gehalten. Wir gratulieren dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach zu diesem Erfolg. Dieser sollte verantwortlichen Akteuren an anderen Fließgewässern Mut machen, ähnliche Wege zu beschreiten.“

Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach: „Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung der Deutschen Umwelthilfe. Sie würdigt die jahrelangen Bemühungen unserer Kolleginnen und Kollegen, die sich an der naturnahen Umgestaltung der mittleren Altmühl über viele Jahre hinweg engagierten beziehungsweise sich im Gewässerabschnitt oberhalb weiterhin einbringen. Unsere begleitenden Untersuchungen von Flora und Fauna zeigen eindrucksvoll, neben dem positiven Effekt auf den Wasserhaushalt, wie Pflanzen und Tiere von der Strukturvielfalt profitieren. Gerade aktuell, wo sich die Folgen des Klimawandels immer mehr zeigen, lautet das Erfolgsrezept: Beschattung unserer Gewässer!“

Die Auszeichnung als „Flussbefreierinnen und Flussbefreier“ ehrt Menschen und Institutionen, die sich für jene kleinen Gewässer stark machen, die trotz ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt und den ökologischen Hochwasserschutz noch zu oft übersehen werden. Sie ist Teil des durch die Deutsche Postcode Lotterie geförderten Projekts „Befreite Flüsse“, das bei Exkursionen zu den befreiten Flüssen, durch Steckbriefe und durch einen Online-Austausch Gewässerunterhaltungspflichtige der Mittelgebirgsregionen und weitere Akteure zum Erfahrungsaustausch einlädt.

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DUH Deutsche Umwelthilfe e.V.