Grünflächenpflege, Boden- und Landschaftsschutz
Schwerin - 14.10.2021

Die Initiative „Natur im Garten“ wächst weiter und hat sich über mehrere europäische Länder hinweg zu einer richtigen Gartenbewegung entwickelt

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es die Aktion seit 2010. Seither reißt die Nachfrage nach der „Natur im Garten“-Plakette nicht ab.

Am kommenden Samstag, den 16. Oktober, wird im Rahmen der „Apfelpflücke“ auf der Streuobstwiese am Thingplatz in Klein Plasten (LK Mecklenburgische Seenplatte) die Plakette ab 14 Uhr an weitere 149 Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer verliehen. Sie haben sich dem ökologischen und naturnahen Gärtnern verschrieben. Konkret bedeutet dies, auf chemische-synthetische Dünger, Pestizide und Torf zu verzichten und den Fokus auf Struktur- und Artenvielfalt zu legen. Aktuell werden hierzulande 822 Gärten nach den Prinzipien der „Natur im Garten“- Aktion gestaltet und gepflegt.

Anlässlich der Auszeichnungsveranstaltung in Klein Plasten, die vom Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ als Vorhabensträger der „Natur im Garten“- Aktion durchgeführt wird, äußerte sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus wie folgt:

„Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass wir die Aktion 2010 von Niederösterreich nach Mecklenburg-Vorpommern holen konnten. Das war mir persönlich ein wichtiges Anliegen, denn das flächendeckende ökologische und naturnahe Gärtnern ist ein zentraler Beitrag für den Artenschutz, den Klimaschutz und für sauberes Wasser und macht darüber hinaus auch noch Spaß. In den vergangenen 11 Jahren hat sich unglaublich viel getan: Neben den unzähligen Privatgärten haben sich der Aktion in MV neun Schaugärten, vier Gemeinschaftsgärten und über 60 Gärten in Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen angeschlossen. Und die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen. Mittlerweile gibt es sogar eine Warteliste, die wir Schritt für Schritt chronologisch abarbeiten. Auch die von unseren Experten angebotenen Fachberatungen stehen hoch im Kurs.“

Tipps rund um das ökologische und naturnahe Gärtnern können Interessierte auf der Internetseite www.natur-im-garten-mv.de abrufen oder immer montags über das 2013 vom Landschaftsverband eingerichtete Gartentelefon einholen.

Seit 2014 gibt es am letzten Juni-Wochenende jeden Jahres den „Tag der offenen Gartentür“. Besucherinnen und Besucher haben dann die Möglichkeit, ausgezeichnete Naturgärten zu bestaunen und zu entdecken. „Denn ein naturnah gestalteter und ökologisch bewirtschafteter Garten kann mehr als nur schön aussehen – er liefert gesundes Obst, schmackhaftes Gemüse und wohltuende Kräuter und beherbergt zahlreiche Nützlinge“, so Backhaus.

Im März 2020 wurden in MV erstmals „Natur im Garten“-Botschafterinnen und Botschafter ausgebildet. Über eine dreitägige Lizenzschulung erlangten engagierte Gärtnerinnen und Gärtner die Befähigung im Ehrenamt die Gartenplakette zu vergeben. „Sie werden das Projekt auch künftig unterstützen und sicherstellen, dass wir die stetig neuen Anmeldungen bewältigen können“, sagte der Minister.

Bei der „Apfelpflücke“ in Klein Plasten können sich Interessierte kostenlos über naturnahes Gärtnern informieren. Ergänzt wird dieses Gartenberatungsangebot durch eine Saatguttauschbörse.

Mit der „Apfelpflücke“ beteiligt sich der Landschaftspflegeverband am bundesweiten „Tag der Regionen, einem Projekt des Bundesverbandes der Regionalbewegung. In Hunderten von Projekten, Veranstaltungen, Festen, Ausflügen, Märkten und anderen Events soll sichtbar gemacht werden, wer alles einen Beitrag dazu leistet, regionale Wirtschaftskreisläufe zu erhalten. Die Aktionen sollen vermitteln, dass es Spaß machen kann, regional, sozial und umweltbewusst zu wirtschaften und wie nachhaltig es ist, mit bewussten (Kauf-)Entscheidungen Regionalkultur zu unterstützen.

Der Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ e. V. (LPV) bewirtschaftet in Klein Plasten auf einer Fläche von ca. 2 ha zwei Streuobstwiesen. Hier finden sich Obstbäume alter Sorten wie z. B. Hasenkopf, Cox Orange, Karin Schneider oder Schöner von Boskoop und Roter Boskoop.

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