Wasser- und Abwasserwirtschaft
Kassel - 30.09.2014

Schmidt: „Vorschläge der Landesregierung zur Salzabwasserproblematik sind ein Schlag ins Gesicht für die Bürger“

„Die von der grünen Hessischen Umweltministerin angekündigte dauerhafte Lösung für die Salzwasserproblematik des Kasseler Konzerns K+S ist ein Schlag ins Gesicht für alle Bürger, die sich für die Wasserqualität an Werra und Weser einsetzen“, kritisiert Landrat Uwe Schmidt den Vier-Phasen-Plan zur Salzabwasserentsorgung.

Es sei Augenwischerei, wenn eine grüne Umweltministerin behaupte, eine dauerhafte Lösung für die Salzwasserproblematik für die Oberweser gefunden zu haben. Schmidt: „Das Gegenteil stimmt: Mit der Zustimmung zu einer Entsorgung von Salzabwässern in eine bisher von Industrieabfällen weitgehend unberührte Flusslandschaft entsteht erst eine Salzwasserproblematik an der Oberweser!“. Wenn Ministerin Hinz ihre Ankündigung wahr machen wolle, wieder Süßwasserqualität an der Oberweser zu erreichen, müsse sie ihre „Pipeline-Pläne sofort einstampfen“. Auch sonst bevorzuge die grüne Umweltministerin „Orwellsche Formulierungen“, wenn sie davon spricht, die Lösung der Salzwasserentsorgungsproblematik nicht den nachfolgenden Generationen überlassen zu wollen und gleichzeitig mitteilt, dass erst mit Auslaufen der Lagerstätten des Werkes Werra im Jahr 2075 mit einer Süßwasserqualität in der Werra zu rechnen ist: „61 Jahre sind zwei nachfolgende Generationen an der Oberweser, die mit einer Pipeline und einem Salzabwassersammelbecken leben müssen“.

„Wir werden uns mit allen rechtlichen und politischen Mitteln gegen die Pläne der Landesregierung und von K+S wehren“, stellt der Landrat die Haltung der Kreisverwaltung gegen Salzsee und Pipeline erneut klar.

Die Menschen im Dreiländereck an der Oberweser werde der Landkreis „auf keinen Fall bei ihrem Kampf allein lassen“.

Schmidt hatte bereits bei Bekanntwerden der Pläne einer Salzabwasserleitung in die Oberweser und den damit verbundenen Salzsee klar Position bezogen. „Ich habe diese Pläne von Anfang an für ein unverantwortliches Umgehen mit Mensch und Natur gehalten und daran hat sich bis heute nichts geändert“, so Schmidt weiter. Er weist darauf hin, dass der vorgestellte Phasen-Plan erneut ein Abwasserstapelbecken in unmittelbarer Nähe der Salzabwassereinleitung in die Oberweser beinhaltet. „K+S rechnet mit einem Fassungsvermögen von bis zu 750.000 Kubikmeter – das wäre die größte zusammenhängende Wasserfläche im Landkreis Kassel, allerdings nicht zum Baden sondern für Salzabwässer“, rechnet Schmidt vor.

Jetzt stelle sich heraus, dass das vom Land in Auftrag gegebene Gutachten der Universität Leipzig „nur Ablenkung“ gewesen sei, so Schmidt weiter. Für den Landkreis Kassel bleibe die Forderung, die der Kreistag im Dezember 2012 beschlossen hatte, weiter aktuell: „Wir bleiben dabei, dass es für alle Beteiligten die beste Alternative ist, durch alternative Techniken die Salzabwässer bereits am Entstehungsort zu reduzieren“, bekräftigt Landrat Schmidt abschließend.

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Landkreis Kassel
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