Grünflächenpflege, Boden- und Landschaftsschutz
Mainz - 30.07.2020

Weniger Plastik ist mehr

Länder begrüßen die geplanten Verbote und Beschränkungen von Einwegkunststoffen wie Plastikbesteck und fordern Bund auf, sich in Brüssel für bessere Koordination der Forschung und Bewertung von Mikroplastik in Lebensmitteln einzusetzen.

„Plastik ist aus unserem Alltag aktuell nicht wegzudenken. Allein im Jahr 2018 wurden weltweit rund 360 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Die Folge: Plastik gelangt etwa durch Littering, also durch das unbedachte Wegwerfen in unsere Umwelt, und von dort in Form von Mikroplastik in unsere Nahrungskette. In Fischen oder Muscheln konnte Mikroplastik bereits nachgewiesen werden. Mikroplastik hat in unseren Lebensmitteln jedoch nichts zu suchen“, sagte Umwelt- und Ernährungsministerin Ulrike Höfken anlässlich der Verbraucherschutzkonferenz, die aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr alle Beschlüsse im Umlaufverfahren gefasst hat.

Weniger Plastik ist mehr

Die Länder haben den rheinland-pfälzischen Antrag zur Reduzierung von Mikroplastik ohne Gegenstimme gefasst. Konkret fordert die Verbraucherministerkonferenz den Bund auf, sich in Brüssel für einheitliche Regelungen einzusetzen. „Der Ansatz an der Quelle – die Vermeidung und Reduzierung des Eintrags von Mikroplastik in die Nah-rungskette – ist am Wirkungsvollsten und am besten für die Umwelt und unsere Gesundheit. Dass Einwegplastik wie Plastikbesteck oder Kunststoffhalme ab Juli 2021 verboten werden, ist hier ein Schritt in die richtige Richtung. Nur so, mit weiterem Engagement, weiterer Forschung sowie Bewertung von Mikroplastik in Lebensmitteln auf europäischer Ebene können wir langfristig Sorge tragen, dass kein Mikroplastik mehr auf unseren Tellern landet“, erläuterte Höfken weiter.

Ein weiterer Eintragsweg von Mikroplastik in unsere Umwelt ist die Verwendung von Kunststoffzusätzen in Kosmetika und Pflegeprodukten. Die Hersteller haben sich freiwillig verpflichtet, bis zum Jahr 2020 den Einsatz von Mikroplastik zu beenden. „Klar ist: Wenn die Selbstverpflichtung nicht greift, muss sich der Bund auf europäischer Ebene für ein Verbot einsetzen“, erklärte die Ministerin.

„Müll nicht rum!“: Rheinland-Pfalz setzt bereits auf Informationskampagne

Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher können dazu beitragen, dass weniger Plastik in der Natur landet. „Durch die Verringerung von Einwegartikeln wie Coffee-to-go-Becher und die sachgemäße Entsorgung von Plastik können wir schon viel erreichen. Gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie, wo es zu einer Zunahme von Einwegartikeln kam, müssen wir bewusst mit diesen umgehen. Aufgrund der Pande-mielage wurden eigens mitgebrachte Becher teilweise nicht mehr entgegengenommen. Aus hygienischer Sicht spricht allerdings nichts dagegen, sofern die dafür speziell vereinbarten Hygiene- und Übergaberegeln strikt eingehalten werden. Wir bitten den Bund, gemeinsam mit den Ländern und Herstellern Informationskampagnen zur Vermeidung von Plastikeinträgen in die Umwelt zu initiieren“, führte die Ministerin abschließend an. Rheinland-Pfalz hat unter dem Slogan „Müll nicht rum – borg’s dir“ bereits im vergangenen Jahr mehrere kommunale Initiativen zusammengeführt, um durch Mehrwegsysteme bei Heißgetränken Abfall und Einwegartikel zu vermeiden. Aktuell beteiligen sich 34 Kooperationspartner wie Städte und Gemeinden, Anbieter von Mehrwegbecher-Pfandsystemen, Verbände und Innungen der Bäckereien und Konditoren, Hochschulen, Abfallwirtschaftsbetriebe oder Umweltverbände an der Kampagne.

Weitere Informationen zum VSMK-Antrag sind online abrufbar unter:

www.verbraucherschutzministerkonferenz.de/Beschluesse.html 

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Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz v
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