Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Frankfurt am Main - 12.09.2014

Magistrat beschließt Anpassungsstrategie zur Vorbereitung auf Hitze, Stürme und Sturzregen

Lange Hitzeperioden wie im Jahrhundertsommer 2003, verheerende Stürme wie „Kyrill“ 2007 oder „Starkregenereignisse“ wie diesen Sommer in Wiesbaden und in der Wetterau: Als Folge des Klimawandels müssen sich die Städte nicht nur auf steigende Durchschnittstemperaturen einstellen, sondern auf zunehmende Wetterextreme.

In Frankfurt haben Fachleute aus zehn Ämtern und Referaten der Stadtverwaltung in den letzten Jahren alle Aspekte von der Gesundheitsvorsorge über den Hochwasserschutz bis zur Auswahl von Straßenbäumen analysiert und in einem Leitfaden zusammengefasst. Diese „Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ ist heute vom Magistrat beschlossen worden. Umwelt- und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig hob hervor, dass es bei der Klimaanpassung letztlich um Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden der Menschen gehe. „Gerade für eine dicht bebaute Stadt wie Frankfurt ist es wichtig, den Klimawandel heute schon in allen Planungen zu berücksichtigen, nur so kann das urbane Leben attraktiv bleiben.“

Die Anpassungsstrategie beschreibt die Ausgangslage in den Bereichen Planung, Bauen, Grün, Mobilität, Wasser und Gesundheit, legt Ziele fest und empfiehlt Maßnahmen. So sollen die Kaltluftschneisen zur Belüftung der Innenstadt in Rahmen- und Bebauungsplänen erfasst und gesichert werden. Auch alle laufenden Planungen für Neubaugebiete werden hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel überprüft. Beispiele dafür gibt es schon: So entspringen der Kätcheslachpark am Riedberg und der Europagarten klimatologischen Untersuchungen. Vor allem aber hat die Stadt mit dem GrünGürtel und dem großen Grünraum am Main die Weichen richtig gestellt. Über das Niddatal und entlang des Mains strömt auch in heißen Sommernächten kühlende Luft in die Stadt.

Auch im Hochwasserschutz hat sich in den letzten Jahren schon viel getan. Zur Vorbereitung auf Spontanhochwasser und lokale Starkregenereignisse wurden gemeinsam mit Nachbargemeinden Gewässerpegel und Warnsysteme für die Taunusbäche eingerichtet, alle Anwohner wurden per Faltblatt über Risiken, Vorsorgemaßnahmen und Hilfen informiert (http://www.frankfurt.de , Stichwort: Hochwasser). In künftigen Baugebieten soll mehr Regenwasser direkt versickern können. Durch Entsiegelung – beispielsweise durch Rasengleise für die Straßenbahn – kann auch die Regenwasserbewirtschaftung in älteren Quartieren verbessert werden.

Beim Bauen gehen Klimaschutz und Wohnkomfort Hand in Hand. So erspart eine gute Dämmung verbunden mit Sonnenschutz und Nachtlüftungskonzept den Einbau von Klimaanlagen. Fördern möchte der Magistrat begrünte Dächer und Fassaden. Zur Debatte stehen ein neues Investitions- und Beratungsprogramm oder die Aufnahme in vorhandene Programme.

Im Grünbereich kommt es darauf an, Parks, Grünzüge und Alleen miteinander zu verknüpfen. So sollen grüne „Speichen“ von der Innenstadt bis zum GrünGürtel und „Strahlen“ hinaus in die Region geschaffen werden. Die Arten- und Sortenanzahl der Bäume wird ständig erhöht, um sich für neue Schädlinge und Hitzeperioden zu wappnen. Neben typischen Bäumen wie Ahorn, Kastanie, Linde und Platane pflanzt das Grünflächenamt zum Beispiel Amberbäume, Blaseneschen und Zürgelbäume, die besser mit Hitzestress zurechtkommen.

Hitze kann auch für Menschen bedrohlich werden. Daher geben die Behörden seit 2005 bei schwülheißen Wetterlagen Hitzewarnungen aus, ältere allein lebende Menschen sollen dann von „Trinkpatinnen und -paten“ versorgt werden. Schließlich muss sich die Stadt auch auf neue Allergene oder Schädlinge einstellen. Ambrosia und Eichenprozessionsspinner sind hier wohl nur die Vorboten des Klimawandels.

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