Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Wiesbaden - 12.09.2014

Emissionsminderung an Wiesbadener Schulen (EmMi)

In zahlreichen Städten und Gemeinden zeigen Teams aus Schülern, Lehrern und Hausmeistern im Rahmen des Energiesparmodells „Emissionsminderung an Wiesbadener Schulen“ (EmMi), wie sich die Kohlenstoffdioxid-Emission allein durch Verhaltensänderungen senken lässt.

Durch eine Beteiligung an den Einsparungen können Schulgemeinden zur aktiven Mitarbeit motiviert werden. Das heißt, vermindern Schüler, Lehrer und Hausmeister an ihren Schulen den Wasserverbrauch sowie die Kohlenstoffdioxid-Emission durch bewussten Umgang mit Gas und Strom, erhalten sie einen Teil der Energieeinsparung als zusätzliche Budgetmittel zur freien Verwendung. „Insgesamt konnte bei den 13 teilnehmenden Schulen ein Einsparungsbetrag von 71.411,26 Euro im Energiebereich, also Strom, Wärme und Wasser, erzielt werden“, so Bürgermeister und Umweltdezernent Arno Goßmann und Schuldezernentin Rose-Lore Scholz über die nun vorliegenden Ergebnisse des Projekts.

„Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat als Schulträger einen erheblichen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch der öffentlichen Schulen in Wiesbaden. Das Energiesparmodell vermittelt den Schulgemeinden einen Anreiz zu nachhaltigem Umgang mit Strom, Gas und Wasser. Energieeinsparungen von bis zu zehn Prozent werden erreicht“, berichtet Scholz. Bereits 2010 hatte das Schuldezernat im Rahmen eines Projektes mit unterschiedlichsten Vertretern der Verwaltung ein Grobkonzept erarbeitet.

„Die verwaltungstechnische Bearbeitung des Projekts wird aus dem bestehenden Personalstamm abgewickelt und zusätzlich vom Aktionsteam ‚Prima-Klima‘ des Umweltamtes im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt“, so Goßmann, der im Projekt einen weiteren Baustein für die städtischen Klimaschutzziele sieht. Die Landeshauptstadt Wiesbaden habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 ihren Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken sowie 20 Prozent ihres Energiebedarfs aus regenerativen Energien zu decken.

Das Konzept lautet wie folgt: Vermindern die Schulgemeinden durch geändertes Nutzerverhalten ihren Wasser-, Strom- und Gasverbrauch, erhalten sie die Hälfte der Einsparung zurück. Davon stehen dem Hausmeister beziehungsweise der Hausmeisterin 40 Prozent zur Verbesserung seines oder ihres Arbeitsumfeldes zur Verfügung, die übrigen 60 Prozent erhält die Schulgemeinde zur freien Verfügung. Die andere Hälfte der Einsparung setzt das Schulamt zur Refinanzierung der Energiekosten und für weitere Maßnahmen zur energetischen Aufrüstung ein. „Ein wirklich erfolgreiches und gleichzeitig nachhaltiges Projekt“, so Scholz.

Die einzelnen Maßnahmen der Schulen werden in einem Aktionsbericht unter Auflistung aller schulischen Aktivitäten, die zur Ressourceneinsparung geführt haben, zusammengefasst. „Der Bericht wird durch die Schule erstellt und soll sicherstellen, dass sich die gesamte Schulgemeinde umfassend mit dem Thema beschäftigt hat und nicht nur einzelne Aktivitäten, beispielsweise durch den Hausmeister beziehungsweise die Hausmeisterin, zur Einsparung geführt haben“, so die Dezernenten weiter. „Wir gehen davon aus, dass sich nach dem erfolgreichen Ergebnis aus dem Jahr 2013 noch weitere Schulen am Energiesparmodell EmMi beteiligen werden.“

Bisher teil nehmen die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, die IGS Kastelstraße, die Louise-Schroeder-Schule, die Schulze-Delitzsch-Schule, die Adolf-Reichwein-Schule, die Friedrich-Ebert-Schule, die Friedrich-List-Schule, die Helen-Keller-Schule, die IGS Jawlensky, die Johann-Hinrich-Wichern-Schule, die Konrad-Duden-Schule, die Wilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule sowie die Wilhelm-Leuschner-Schule. Es erfolgt für die teilnehmenden Schulen die Ermittlung der witterungsbereinigten Basiswerte und -preise für die zukünftige Vergleichsrechnung. In jährlich stattfindenden internen Workshops werden Korrekturen der Basiswerte festgelegt, sofern Veränderungen in den Schulen baulicher, technischer oder nutzungsbedingter Art vorliegen.

In den Kontrakten zwischen dem Schulträger und den einzelnen Schulen werden die Rahmenbedingungen des Beteiligungs-/Prämiensystems festgelegt sowie die Basiswerte bestimmt, nach der sich die zukünftigen Ressourcenverbräuche bemessen. Nach Vertragsabschluss wird eine Mitmach-Prämie in Höhe von 250 Euro zugesetzt, die den Schulen im Schulbudget sofort zur Verfügung steht und bei der späteren Prämienberechnung nicht mehr in Abzug gebracht wird, um die Motivation zur Teilnahme an dem Projekt aufrecht zu erhalten.

Die Weiterführung des Energiesparmodells EmMi erfolgt jährlich zum 1. Januar mit dem Ablesen und Erfassen der Verbrauchswerte. Nach Ablauf eines Jahres erfolgt die zweite Ablesung der Zähler zum 31. Dezember eines Jahres, sodass der Jahresverbrauch ermittelt werden kann. Lässt sich nach einer Witterungsbereinigung für den Wärmeverbrauch eine Verbesserung des Energieverbrauchs feststellen, erfolgen nach Vorlage des Aktionsberichts die Abrechnung und das Zusetzen der Prämie im Schulbudget.

Die pädagogische und fachliche Beratung und Begleitung der Schule, beispielsweise durch Aktionstage, Projektwochen, Messungen, Bereitstellen von pädagogischen Unterlagen zur Einbindung in den Unterricht, Schulungen von Hausmeistern und Multiplikatoren, zur Verfügung stellen von Messgeräten, erfolgt im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch das Aktionsteam „Prima-Klima“ durch das Umweltamt.

Voraussetzung für die Teilnahme an EmMi ist ein Beschluss der Gesamtkonferenz. Die Bereitschaft des Kollegiums, die Ziele aus dem Kontrakt und der Charta konsequent zu verfolgen, die Einarbeitung in die Materie sowie die Einbindung in den Unterricht ist bindend für die Teilnahme. Darüber hinaus sind pro Schule ein Betreuer zu benennen und Energiemanager in den Klassen zu etablieren. Mit dem Hausmeister der Schule bilden die Energiemanager und Betreuer eine so genannte „Energiegruppe“.

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