Kommunale Infrastruktur
Mainz - 06.04.2020

Mainz erhält 1,6 Mio Euro für Radverkehrsprojekte

Für innovative Maßnahmen im Bereich Digitalisierung des Radverkehrs erhält Mainz 1,6 Mio Euro aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde bei diesem Förderaufruf das Hauptaugenmerk auf digitale Maßnahmen für den Radverkehr gelegt. Für die rund 2,2 Mio. € Gesamtkosten wurden 70 % Förderung zugesagt.

„Im Sinne der nachhaltigen Radverkehrsförderung bilden solche Maßnahmen essentielle Bausteine, die einerseits die objektive Sicherheit wie auch das subjektive Sicherheitsempfinden anhaltend stärken und die Nutzung des Fahrrades im Alltag erleichtern“, sagt Katrin Eder, Verkehrsdezernentin der Stadt Mainz.

„Im Fokus steht dabei der konsequente Abbau von Konfliktpunkten und Unfallstellen.“ Mithilfe von Maßnahmen zur Erhöhung der Aufmerksamkeit und der verbesserten Wahrnehmung der Radfahrenden im Stadtraum werde das Sicherheitsgefühl gestärkt. Eder ergänzt: „Dazu zählt auch eine angepasste Beleuchtung auf den bereits bestehenden Radachsen und ein hochwertiges Angebot leicht zugänglicher Radboxen.“ Mit der Förderzusage würdige das Bundesministerium diesen Ansatz und sage Mittel für Radboxen, „Bike-Flash“ und „smarte Beleuchtung“ sowie Radzählschleifen zu.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

Fahrradboxen

Mithilfe eines flächendeckenden Angebots von digital gesteuerten, einfach zu bedienenden, abschließbaren Fahrradboxen erhalten die Radfahrenden ein Angebot, die auf der Suche nach einem geschützten Abstellort für ihr Fahrrad, Pedelec oder E-Bike sind. Das ist für Pendlerinnen und Pendler ebenso attraktiv wie für Bewohnerinnen und Bewohner in verdichteten Kernbereichen, die keine oder nur unzureichende Möglichkeiten des privaten Abstellens haben. Die Radboxen sollen entsprechend hauptsächlich an ÖPNV-Knotenpunkten und in Wohnvierteln installiert werden.

„Bike Flashs“

Ein weiterer Förderansatz bezieht sich auf die Behebung bisheriger Konfliktstellen und Unfallschwerpunkte. Besonders kritisch gestalten sich dabei Zweirichtungsradwege. Zur Entschärfung dieser Bereiche reichen teilweise die klassischen Maßnahmen durch Markierung und Beschilderung nicht aus. Hier sind Lösungsansätze erforderlich, die den von den Grundstücken ausfahrenden Kfz-Verkehr noch vor dem Queren der Radwege darauf aufmerksam macht, dass sich Radfahrende nähern.

Dies soll künftig durch sogenannte „Bike-Flashs“ gewährleistet werden. Diese erkennen herannahende Radfahrende mittels Wärmesensorik und lösen das Blinken von vier gelben LED-Warnleuchten in unterschiedlichen Höhen an einem Mast aus. Mit dem intelligenten Warnsystem können Autofahrende vor dem Zusammenstoß mit Radfahrenden gewarnt und so die schwächeren Verkehrsteilnehmenden besser geschützt werden.

„Smarte“ Beleuchtung von Radwegen

Um das Angebot für die Radlerinnen und Radler in den späteren Abendstunden zu optimieren, wird zudem die Installation „smarter Beleuchtung“ gefördert. Bei der Nutzung von Radrouten wünschen sich viele Radfahrende zur dunkleren Jahreszeit eine Steigerung des Sicherheitsgefühls durch mehr Beleuchtung.

Allerdings steht diesem Interesse der Radfahrenden auf manchen Wegstrecken, insbesondere zwischen den Stadtteilen und in Grün-Bereichen ebenso berechtigte Aspekte des Umweltschutzes entgegen. In Zeiten des dramatischen Insektensterbens sind daher Beleuchtungen in grünen Bereichen äußerst sensibel. Zudem war bislang die Anbindung der Beleuchtung an das öffentliche Stromnetz in solchen Bereichen nicht wirtschaftlich darstellbar. Durch die Ausstattung solcher Achsen mit solarbetriebenen LED-Leuchten kann jedoch Abhilfe geschaffen werden. Die Leuchten dieses autarken Systems sind mit einer intelligenten und vernetzten Lichtsteuerung ausgestattet, die es erlaubt, die Leuchtdauer und Intensität flexibel zu bestimmen und die Sonnenenergie in den lichtarmen Wintermonaten optimal zu nutzen. Mit Unterstützung der voreilenden Beleuchtung, können per Wärmesensorik erfasste Radfahrende an einer Lampe vorbeifahren und anschließend werden automatisch jeweils die nächsten drei Lampen ebenfalls erleuchtet. Das entsprechend konstruierte Lichtmanagement ist flexibel und kann jederzeit an wechselnde Anforderungen angepasst werden. Zusätzlich zu den Kostenvorteilen bietet diese neuartige Beleuchtung deutliche Vorteile im Sinne des Artenschutzes. Im Vergleich zu herkömmlicher Straßenbeleuchtung sind zudem Einsparungen von ~2.500 kg CO²-Emmisionen pro Leuchte möglich.

Radzählschleifen

Begleitend zu diesen Maßnahmen werden an geeigneten Stellen Radzählschleifen in den Untergrund eingebaut. Die Zählungen der Induktionsschleifen geben ein zeitgenaues direktes Feedback über das Radverkehrsaufkommen auf den gewählten Strecken. Mit den so erhobenen Daten lassen sich Entwicklungen und Trends mitverfolgen und eine bedarfsgerechte Förderung des Radverkehrs planen.

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