Energiewende und Energieversorgung
Gütersloh - 11.02.2020
Stadt Gütersloh

Vierjähriger Prozess „Energie sparen macht Schule“ gestartet

Die Stadt Gütersloh hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 die CO2 Emissionen um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2011 zu senken. Das betrifft auch die städtischen Gebäude und damit die städtischen Kindertagesstätten und Schulen.

Diese sind jetzt zum Jahresanfang in ein vierjähriges Projekt gestartet. Es heißt „Energie sparen macht Schule“. Ziel ist es, alle Beteiligten für energieeffizientes und klimaschonendes Verhalten zu sensibilisieren – die Kinder, die Jugendlichen, die Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, zusammen mit den Hausmeistern und dem Immobilienmanagement der Stadt.

Mit dem richtigen Lüften und Beleuchten können vor allem der Wärme- und der Stromverbrauch optimiert werden. Als Anreiz erhalten die Kitas und Schulen jedes Jahr 50 Prozent der jeweils eingesparten Kosten zur eigenen Verfügung zurück. Das Projekt wird von der Bundesregierung mit 142.000 Euro gefördert, die Stadt gibt über die Laufzeit 70.000 Euro dazu.

Ist es sinnvoll, dass die Heizung brummt und zeitgleich Fenster im Raum auf Kipp stehen? Die Lösung heißt Stoßlüften. Es sichert eine anhaltend gute Raumluft. Ist es wirklich notwendig, die große Beleuchtung über längere Zeit anzuhaben? Morgens, wenn es noch dunkel ist, wird das große Licht eingeschaltet, und wenn es dann hell ist, wird manchmal vergessen, dass es noch an ist. Dann spart auch LED-Beleuchtung nicht wirklich. Solche Fragen sind es, denen kindgerecht nachgegangen wird. Am Modellprojekt beteiligen sich alle 22 städtischen Kindertagesstätten. Die Grundschulen und weiterführenden Schulen sind bis auf wenige begründete Ausnahmen ebenfalls dabei.

Mit der Projektbetreuung hat die Stadt Gütersloh die Firma e&u energiebüro aus Bielefeld beauftragt. Es hat langjährige Erfahrung in der Begleitung von nutzerorientierten Energieeinsparaktionen in Kindertagesstätten und Schulen. „Die Kinder machen immer toll mit – sie sind von sich aus kleine Umweltschützer“, berichtet e&u-Mitarbeiterin Anne-Marie Kruse. Um dem Nachwuchs das Thema nahezubringen, haben die Kitas und Schulen Materialien erhalten. Dazu gehören zum Beispiel ein Messkoffer, mit dem etwa der Stromverbrauch sichtbar gemacht werden kann, eine CO2-Ampel für den Klassen- oder Gruppenraum und eine Experimentierkiste mit Mini-Solarmodulen. Das Team von e&u kommt für Unterrichtseinheiten zum Thema Energiesparen in die Schulen sowie mit Spiel- und Lernaktivitäten in die Kitas.

e&u beziffert das Einsparpotenzial allein durch Nutzerverhalten mit zirka 10 Prozent. In den meisten Kitas und Schulen konnten die Fachleute das Projekt und ihre Vorgehensweise inzwischen vorstellen. Jede Einrichtung ernennt eine Person oder ein kleines Team als Energiebeauftragte. Diese werden vom Energiebüro geschult. In allen Einrichtungen finden Begehungen statt, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch Veränderungen an den Einstellungen der Heizkörper und der Lüftung die Qualität der Raumluft verbessert und gleichzeitig der Verbrauch reduziert werden kann. Die Verhaltensänderungen zugunsten der Umwelt werden immer wieder geübt und dokumentiert und sollen sich im Projektverlauf nachhaltig verankern.

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