Grünflächenpflege, Boden- und Landschaftsschutz
Berlin - 11.02.2020

Riesenchance für den Umbau der Tierhaltung und der Landwirtschaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung.

"In den nächsten zwanzig Jahren kann damit eine gesellschaftlich wertgeschätzte Nutztierhaltung erreicht werden, die sowohl besser für die Tiere als auch für das Klima und die Umwelt ist", sagt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt.

"Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner muss die Empfehlungen des Kompetenznetzwerkes öffentlich zur Diskussion stellen und so schnell wie möglich umsetzen, um den dringend notwendigen Umbau der Tierhaltung jetzt in die Wege zu leiten und bis 2040 zu schaffen. Dazu ist Planungssicherheit und staatliche Hilfe nötig", so Bandt.

Ein wichtiger Schritt ist die Haltungskennzeichnung: Sie muss in eine klare und verbindliche staatliche Kennzeichnung umgewandelt werden, die gewährleistet, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich künftig beim Einkauf für eine artgerechte Tierhaltung entscheiden können.

"Wo Tierwohl draufsteht, muss in Zukunft auch Tierwohl drin sein. Fleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung darf auf keinen Fall als 'Tierwohl' gekennzeichnet werden", so Bandt. "Alles andere würde den Begriff Tierwohl ad absurdum führen und die Menschen verwirren."

Für eine langfristige Planung benötigen die Bäuerinnen und Bauern eine gesetzliche Verankerung der Kennzeichnung, andernfalls kann der Umbau nicht gelingen. "Landwirtinnen und Landwirte, die bei der Tierhaltung mehr tun als gesetzlich vorgeschrieben ist, sollen gefördert werden", so Bandt. Der BUND begrüßt, dass notwendige Investitionen in Ställe und höhere Haltungskosten anteilig über eine mengenbezogene Tierwohlabgabe finanziert und gefördert werden sollen. Es geht jedoch vor allem darum, dass sich die Politik überhaupt auf die finanzielle Absicherung des Umbaus einigt, und erst dann auf die Art der Finanzierung. "Ohne Geld kann der Umbau nicht gelingen. Daran wird sich zeigen, wie ernst der Politik das Thema wirklich ist", so Bandt.

Um den Fleischkonsum zu senken, sind weitere Steuerungsinstrumente notwendig. Letztlich ist nur eine Reduktion des Fleischkonsums ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Der BUND fordert zudem den Lebensmitteleinzelhandel und die Discounter auf, ihren Preiskampf zu beenden, der Landwirtschaft und Umwelt schadet und den Umbau der Tierhaltung verhindert.

Teilen Sie diesen Beitrag


BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
direkter Link zum Artikel