Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Wiesbaden - 16.05.2019

Der Klimawandel und seine Folgen sind auch im hessischen Wald spürbar

Umweltministerin Priska Hinz besucht im Forstamt Melsungen eine Waldfläche mit Sturmschäden und gibt Startschuss für neue Forstmaschine, die Ausbreitung von Borkenkäfer verhindert.

„Der Klimawandel und seine Folgen sind auch im hessischen Wald spürbar. Stürme hinterlassen große Schäden, Trockenheit raubt den Bäumen die Lebensgrundlage Wasser. Schädlinge fühlen sich sehr wohl, wenn es warm und trocken bleibt und genug gefallene Bäume als Brutraum zur Verfügung stehen. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich Borkenkäfer und anderen Schädlingen massenhaft vermehren und dann auch gesunde Bäume angreifen“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz heute bei ihrem Besuch im Forstamt Melsungen. Das Sturmtief Friderike hatte Anfang 2018 gerade in Nordhessen viele Bäume umgeworfen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HessenForst sind zurzeit dauerhaft im Einsatz, Windwurf aufzuarbeiten und den Borkenkäfer zu bekämpfen. „Mein Dank gilt heute allen Forstarbeiterinnen und Forstarbeitern, die täglich im Einsatz sind. Denn nur wenn das Schadholz schnell aus dem Wald gebracht wird, kann der Borkenkäfer eingedämmt werden. Das ist für einen gesunden Wald unerlässlich. HessenForst schützt kompetent unseren Wald und macht ihn sicher gegenüber dem Klimawandel“, ergänzte sie.

„Der Wald ist einen wichtige CO2-Senke und muss deshalb im Sinne des Klimaschutzes gestärkt werden, andererseits ist er stark von den Folgen betroffen“, erklärte Hinz. Um den Borkenkäfer zu bekämpfen wir beispielsweise im Forstamt Melsungen ab sofort als Pilot ein Harvester mit einem „entrindenden Aufarbeitungskopf“ zum Einsatz kommen. Das ist eine Holzernte-Maschine, die Bäume entrindet und damit Brutnester des Borkenkäfers entfernt. Ebenfalls nutzt das Forstamt eine App zum Monitoring des Borkenkäfers. Dort tragen Försterinnen und Förster ein, an welchen Stellen Nester entdeckt wurden und wann der richtige Zeitpunkt ist, diese zu bekämpfen.

„Neue Techniken helfen der Forstwirtschaft, mit den großen Herausforderungen umzugehen. Daneben wird der Hessische Wald an das veränderte Klima angepasst“, erklärte Hinz. Im Hessischen Staatswald wird deshalb eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit einem Waldumbau zu klimafesten Mischwäldern umgesetzt. Im Rahmen des Klimaschutzplans wird eine Klimarisikokarte für den Wald erstellt, die darüber Auskunft geben wird, welche Baumarten zukünftig für welche Standorte geeignet sind. Auch kommunale und private Waldeigentümer werden vom Land im Rahmen der forstlichen Förderung beim Aufbau und Erhalt naturnaher und klimastabiler Wälder unterstützt.

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Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz