Pressemitteilung
Kassel - 25.06.2014

Hydrologisches Gutachten dokumentiert mutmaßliches Austrocknen der Dönche

Geringe Niederschläge auf der einen sowie die Häufung von extremen Niederschlägen in den Sommermonaten der vergangenen zehn Jahre auf der anderen Seite haben sich negativ auf die Bewässerung des Naturschutzgebietes Dönche ausgewirkt.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das im Auftrag der Stadt erstellt wurde und das eine Bestandsaufnahme der hydrologischen Verhältnisse in der Dönche aufzeigen soll. Zuvor hatten Hinweise aus der Bevölkerung vorgelegen, dass das Oberflächenwasser der drei durch die Dönche fließenden Bäche abgenommen habe.

Eine durchgreifende Lösung für das Problem – auch durch wasserbauliche Maßnahmen - ist laut dem Gutachten nicht gegeben. Der Erhalt der feuchtgehaltenen anmoorigen Gebiete sei gänzlich von der künftigen Klimaentwicklung abhängig.

Die drei der Dönche Wasser zuführenden Bäche - der Nordshäuser Mühlbach, der Dönchebach und der Krebsbach - fließen seit mehreren hundert Jahren fast unverändert. Der Nordshäuser Mühlbach ist der einzige der drei Bäche, der nicht ausschließlich durch Oberflächenwasser und Wasser aus oberflächennahen Retentionsräumen gespeist wird. Der Dönchebach und der Krebsbach sind in ihrer Wasserführung alleine vom Zustrom aus dem Oberflächenwasser abhängig. Aber das Oberflächenwasser wird knapp. Das haben Datenauswertungen der letzten 20 Jahre der nächstliegenden Wetterstation sowie anschließende Wasserhaushaltsberechnungen, die das beauftragte Gutachterbüro agc GmbH durchgeführt hat, gezeigt.

Da der Dönchebach aber eine Verbindung zum Nordshäuser Mühlbach hat, könne dort Wasser abgeschlagen und dem Dönchebach zugeführt werden. Dies geschieht bereits heute bei Starkregenereignissen und während längerer Regenperioden. Das oberhalb der Konrad-Adenauer-Straße vorhandene Trennbauwerk könne laut Gutachten so umgestaltet werden, dass eine festgelegte Wasserverteilung auf den Nordshäuser Mühlbach und den Dönchebach sichergestellt sei. Hierdurch könne zumindest der direkte Uferbereich des Dönchebachs als Lebensraumtyp über das ganze Jahr erhalten werden.

Diese Lösung geh jedoch auf Kosten des Feuchtbiotops Heisebach, das einen großen Anteil seines Wassers aus dem Nordshäuser Mühlbach bezieht. Weiterhin habe dieser Umbau keinen Einfluss auf die Bewässerung des Dönchegebietes, da nur der Durchfluss im Dönchebach erhöht wird.

Der Krebsbach und die aus ihm gespeisten Versuchsteiche des Freilandlabors der Universität Kassel (unterhalb der Landesfeuerwehrschule) könnten durch wasserbauliche Maßnahmen mit Regenwasser aus dem Baugebiet „Im Rosental, Im Nössel, Stiegelwiesen“ unterstützt werden, das momentan noch dem Dönchebach zugeleitet wird. Hierdurch ließe sich eine Verdopplung des Zuflusses von Oberflächenwasser in das Freilandlabor der Universität Kassel erreichen.

Halte der momentane klimatische Trend an, werden all diese Maßnahmen aber nur Wirkung von kurzer Dauer zeigen. Die bisher durch Niederschlag feuchtgehaltenen anmoorigen Gebiete, die nicht im direkten Uferbereich liegen, lassen sich nicht durch wasserbauliche Maßnahmen unterstützen, so dass ihre Erhaltung gänzlich von der Klimaentwicklung abhängig sei.

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Stadt Kassel
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