Pressemitteilung
Schwerin - 25.06.2014

Schutz für Landesgewässerschau in Mecklenburg-Vorpommern

Heute findet zum ersten Mal eine Landesgewässerschau in Mecklenburg-Vorpommern statt. „Unser Land hat über 2.400 Seen größer als 1 Hektar und 45.000 km Fließgewässer. Wie diese geschützt und genutzt werden können, wollen wir heute besprechen.

Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Wasser- und Bodenverbänden und der öffentlichen Verwaltung weiter zu intensivieren, um zum Beispiel die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) besser umsetzen zu können“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, zu Beginn der Schau.

Die Schau wird vom Landesverband der Wasser- und Bodenverbände organisiert und findet im Gebiet des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) ‚Landgraben‘ rund um Friedland, Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte, statt. „Die Idee für eine Gewässerschau habe ich dem Landesverband letztes Jahr unterbreitet und ich bin sehr dankbar, dass sie so gut aufgenommen und umgesetzt wurde. Ich denke, dass wir an den vom WBV ausgewählten Stationen einen guten Überblick in die bisher geleistete Arbeit, die anstehenden Herausforderungen wie der Unterhaltung der Gewässer und wasserwirtschaftlichen Anlagen, bekommen werden. Die umgesetzten Maßnahmen in diesem Verbandsgebiet stehen für mich stellvertretend für eine Vielzahl positiver Projekte und Maßnahmen der letzten Jahre im ganzen Land“, betonte der Minister. Mit ihrer Arbeit stellen die WBV unter Beweis, dass sie nicht nur das Alltagsgeschäft der Gewässerunterhaltung beherrschen, sondern auch für ihre Mitglieder „Dienstleister“ beim ökologischen Umbau der Gewässer sein können. Das Land hat seit 1991 insgesamt über 570 Vorhaben gefördert und hierfür ein Fördervolumen von rd. 85 Mio. Euro an die Antragsteller ausgereicht. Bei den Projekten handelt es sich schwerpunktmäßig um Wasserbau- und Hochwasserschutzmaßnahmen, naturnahen Gewässerausbau (auch im Zusammenhang mit der Umsetzung der WRRL) sowie Seensanierung.

Mit Blick auf die zum Teil sehr schwierige Umsetzung der WRRL im Land, wurde durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Umsetzung WRRL“ vorgeschlagen. In dieser Arbeitsgruppe sollen nach Möglichkeit verschiedene Akteure, beispielsweise der Landesverband der WBV, die unteren Wasserbehörden und die unteren Umwelt- Naturschutzbehörden, aber auch kommunale Spitzenverbänden, der Bauernverband eingebunden werden. Wesentliches Ziel soll eine verbesserte Information, Kommunikation und Abstimmung zwischen den verschiedensten Akteuren sein. „Auch in der neuen Förderperiode (ab 2015) werde ich dafür Sorge tragen, dass die bestehenden Förderprogramme noch weiter flankiert werden. So ist geplant, zukünftig weitere Maßnahmen der Gewässerentwicklung, zum Beispiel den Einbau von Störsteinen, ökologische Uferbefestigungen mittels Lebendverbau aber auch Galeriewälder entlang der Flussläufe förderfähig zu machen“, hob Dr. Backhaus hervor.

Hintergrund WRRL
Die europäische WRRL fordert bis spätestens 2027 für alle europäischen Gewässer einen Zustand hoher Wasserqualität und Strukturvielfalt, der genug Lebensraum für Pflanzen und Tiere bietet. Die Bewirtschaftung der Gewässer, das sind Flüsse, Seen, Grundwasser, Übergangsgewässer und Küstengewässer, sind auf dieses Ziel auszurichten. Leitbild der Richtlinie ist der natürliche Zustand der Gewässer. Gemessen an diesem Leitbild zielt die WRRL darauf, einen mindestens "guten Zustand" der Oberflächengewässer und einen "guten quantitativen und chemischen Zustand" des Grundwassers der Europäischen Union zu erreichen. Für künstliche und erheblich veränderte Gewässer ist das "gute ökologische Potential" zu erreichen.

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Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
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