Wasser- und Abwasserwirtschaft
Wiesbaden - 13.03.2018

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser besucht im Rahmen der Zukunftswoche „Ökologie und Ökonomie“ die Kläranlage in Langen

Im Rahmen der Zukunftswoche der Hessischen Landesregierung, die aktuell unter dem Themenschwerpunkt „Ökologie und Ökonomie“ steht, besuchte Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Umweltministerium, die Kläranlage des Abwasserverbandes Langen– Egelsbach–Erzhausen.

Diese Kläranlage ist Teil eines, vom Land Hessen geförderten, Forschungsprojektes zur Entfernung von Spurenstoffen, Mikroplastik, antibiotikaresistenten Keimen und Phosphor. „Ich begrüße das Engagement des Abwasserverbandes das Forschungsvorhaben gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt durchzuführen und finanziell zu unterstützen, um so die Praxistauglichkeit innovativer Reinigungsverfahren festzustellen“, lobte Dr. Tappeser. Auf dem Gelände der Kläranlage wurde das Verfahren dieser innovativen Technik erläutert, mit welchem das Abwasser besonders effektiv aufbereitet und damit fast vollständig von Spurenstoffen gereinigt wird.

Zu den häufig vorkommenden Spurenstoffen zählen unter anderem Arzneimittelrückstände, Haushalts- und Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie deren vielfältigen Abbauprodukte. In der Kläranlage in Langen wird mittels zweier unterschiedlicher Filtrationstechniken – einem Tuchfilter und einem Membranfilter – die weitergehende Entfernung von Spurenstoffen, Mikroplastik und antibiotikaresistenten Keimen unter Berücksichtigung einer weitergehenden Phosphor-Elimination im Rahmen einer großtechnischen Versuchsanlage untersucht und soll in naher Zukunft Ergebnisse liefern, die auch auf andere Kläranlagen übertragen werden sollen.

„Wir stellen fest, dass wir zur Verbesserung unser Gewässerqualität zunehmend auch die nicht sichtbaren und nur in äußerst geringen Mengen vorkommenden Stoffbelastungen in unseren Gewässern in den Blick nehmen müssen, um diese wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen“, erläuterte die Umweltstaatssekretärin die Entscheidung des Landes, das Vorhaben auch weiterhin zu unterstützen. Während ihres Besuches konnte Dr. Tappeser zudem die gute Nachricht überbringen, dass die Förderung für weitere Untersuchungen angehoben wurde. Das Pilotprojekt wird nun mit rund 1,2 Millionen Euro durch das Land Hessen gefördert.

Der Eintrag unter anderem von Arzneimittelrückständen, Pestiziden und anderen Spurenstoffen über das kommunale Abwasser ist gerade im Hessischen Ried ein intensiv diskutiertes Thema. Das Land erarbeitet derzeit hierzu eine Spurenstoffstrategie. Die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens sind ein wichtiger Baustein in der Diskussion um Notwendigkeit und Kosten weitergehender Reinigungsanforderungen für kommunale Kläranlagen.

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Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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