Öffentlicher Personennahverkehr
Düsseldorf - 18.10.2017
Stadtwerke Düsseldorf AG

Das Netz der südlichen Stadtteile wird in das Düsseldorfer Stromnetz eingegliedert und dabei umfassend modernisiert

Rund 30 Millionen Euro investiert die Netzgesellschaft Düsseldorf, eine Tochter der Stadtwerke Düsseldorf, seit 2015 in die Modernisierung der Stromnetzinfrastruktur der südlichen Stadtteile (Himmelgeist, Itter, Holthausen, Reisholz, Hassels, Benrath, Urdenbach, Garath und Hellerhof).

Hierfür wurde das südliche Teilnetz, das zuvor an das überregionale Netz angeschlossen war, in das Düsseldorfer Stromnetz eingegliedert. Damit entsteht eine zukunftssichere und leistungsstarke Netzinfrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen der Stadt.

Als vor mehr als einem Jahrhundert in Düsseldorf die Stromversorgung aufgebaut wurde, sah die Stadt noch nicht so aus, wie wir sie heute kennen. Benrath zum Beispiel war eine eigenständige Gemeinde, deren Stromversorgung durch eine Anbindung an das überregionale Hochspannungsnetz erfolgte. Stadtteile wie Garath existierten noch nicht. Obgleich die Stadt seit langem zu unserem heutigen Düsseldorf zusammengewachsen ist, gibt es in der Technik noch Spuren dieser Historie. Das Netz im Düsseldorfer Süden wurde zwar 1982 von den Stadtwerken Düsseldorf übernommen, es blieb jedoch lange Zeit lediglich mit dem überregionalen Hochspannungsnetz gekoppelt. Paradox: Der in unserem neuen Kraftwerksblock Fortuna an der Lausward erzeugte Strom musste zur Versorgung des Düsseldorfer Südens zunächst die Stadt verlassen um dann im Süden wieder eingespeist zu werden. Hierzu musste er zunächst auf 380 Kilovolt transformiert und später wieder zurück gewandelt werden. Dies erzeugte Umwandlungsverluste und beanspruchte unnötig das in Deutschland ohnehin oft stark belastete Übertragungsnetz. Hiermit ist jetzt Schluss: Das Netz des Düsseldorfer Südens wurde nun durch ein neues 110-Kilovolt-Netz mit dem übrigen Düsseldorfer Stromnetz verbunden. Der Strom muss keinen Umweg mehr außerhalb der Stadt nehmen.

Die Netzmodernisierung erfolgt auch vor dem Hintergrund veränderter Nachfrage im Düsseldorfs Süden. Einige energieintensive Betriebe sind geschlossen oder verlagert worden, gleichzeitig wachsen der Dienstleistungssektor und die Bevölkerungszahl. Zudem steigt mit der Dezentralisierung der Energieerzeugung – unter anderem durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien – die Anzahl an Energie produzierenden Kunden. Auf diese veränderten Standortbedingungen und Energieanforderungen reagiert die Netzgesellschaft Düsseldorf mit der Modernisierung und Eingliederung des südlichen Teil-Netzes. „Wir modernisieren das Netz, digitalisieren es und machen es fit für eine Energiewelt, die sich deutlich von der heutigen unterscheidet, zum Beispiel durch den immer breiteren Einsatz Erneuerbarer Energien – auch durch unsere Kunden“, erklärt Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Im Rahmen der Modernisierung wurden fünf Umspannwerke zurückgebaut und durch zwei hochmoderne neue ersetzt. Ausgehend vom Umspannwerk U74 in Eller führt eine neue 110-Kilovolt-Trasse von 10 Kilometern Länge zu den beiden neuen Umspannwerken U 38 in Reisholz und U 39 in Benrath. Dadurch wurden mehrere Flächen frei. Bei der Umsetzung des Gesamtprojektes wurden keine Freileitungen errichtet, sondern – mit Blick auf einen zeitgemäßen und modernen Städtebau – die Leitungen im Erdreich verlegt. Seit August 2017 werden die Stadtteile Urdenbach, Garath, Hellerhof und Teile von Benrath durch das Umspannwerk U 39 versorgt. Die übrigen Stadtteile werden zukünftig durch das Umspannwerk U 38 versorgt. Die Realisierung erfolgt nach und nach zwischen September 2017 und Juli 2018.

Neben den technischen Anforderungen an die Umspannwerke war der Netzgesellschaft auch eine architektonische Eingliederung in das Stadtbild wichtig. Das neue Umspannwerk U 38 liegt gegenüber einer Wohnbebauung und dient neben seiner technischen Funktion auch als Schallschutz gegen Lärmemissionen der Bahn. „An dieser Stelle möchten wir uns bei den Bürgerinnen und Bürgern für das Verständnis während der Bauphase bedanken. Baustellen sind immer mit Beeinträchtigungen für die Anwohner verbunden, aber auch gleichzeitig ein Zeichen für Investitionen und Entwicklung “, sagt Gerhard Hansmann, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Düsseldorf.

Nicht nur die Netzinfrastruktur wurde auf den neusten Stand gebracht, sondern auch die Kommunikationstechnologie für deren Steuerung. Dazu investierte das Unternehmen in das zukunftsweisende Funknetz CDMA450, ein Funkstandard der dritten Generation (3G), der differenzierte Informationen über den Netzbetriebszustand in Echtzeit gibt. Dies erhöht die Betriebszuverlässigkeit und die Flexibilität. Alle Kundenanlagen und die öffentliche Beleuchtung wurden mit CDMA-Steuereinheiten ausgerüstet. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, die dezentrale Strom- und Wärmeversorgung weiter auszubauen – sei es mittels Erneuerbarer Energien, hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung aber auch durch Einbindung von Anlagen aus Industrie und Gewerbe.

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