Kreislaufwirtschaft
Berlin - 01.06.2022

Was haben die Städte Duisburg, Kiel und Hamm gemeinsam?

Die kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe dieser drei Städte sind Gewinner des Creativ-Preises 2022 der Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit des VKU.

Vertreter der Unternehmen haben gestern Abend auf der IFAT 2022, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, in München auf einer feierlichen Preisverleihungihre Auszeichnung entgegengenommen. Der Creativ-Preis ist mit jeweils 1.500,- Euro dotiert.

Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre unter den Mitgliedern ausgerufen wird, stand im Jahr 2022 unter dem Motto „Umweltkommunikation – neue Kommunikationswege in der Pandemie“. 

Dazu VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Ich freue mich, dass wir - nachdem die Pandemie erfreulicherweise signifikant am Abklingen ist - mit dem Creativ-Preis das unglaubliche Engagement während dieser Zeit hier vor Ort würdigen. Denn während der Corona-Pandemie haben wir in der kommunalen Familie vieles geleistet, um das Land am Laufen zu halten. Gerade auch die öffentlichen Entsorgungsunternehmen sahen sich vor einer enormen Herausforderung: Es wurde extrem viel bestellt und wegen zeitweise über Monate geschlossener Gastronomie besonders häufig Einweg-Geschirr genutzt. Das Verpackungsaufkommen erhöhte sich enorm und auch das Thema Littering rückte im Zuge der Pandemie noch mehr in den Fokus. Saubere Städte und Gemeinden ein wichtiger Faktor für Lebensqualität. Die gewohnt hohe Lebensqualität und eine saubere Umwelt zu gewährleisten, forderte die personellen und finanziellen Ressourcen der kommunalen Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebe während der Corona-Pandemie in einem neuen Ausmaß heraus.

Deshalb haben die Bewerbungen für den diesjährigen Creativ-Preis mich und auch die Jurymitglieder sehr beeindruckt, denn sie zeigen einmal mehr die große Bandbreite des Engagements der VKU-Mitglieder - und wie vielfältig auch die kommunalen Entsorger Bürgerinnen und Bürger auch zum Beispiel gegen das unachtsame Wegwerfen sensibilisieren.“

Die Jury bestand aus Experten der Unternehmenskommunikation und der Stadtreinigung von VKU-Mitgliedsunternehmen und hat sich für folgende Projekte entschieden:

  1. Ausgezeichnet werden die Wirtschaftsbetriebe Duisburg mit den „Müllies“: Dies sind fünf ausgesetzte Abfälle, die alle eine eigene Geschichte haben und nun ein neues Zuhause suchen. Bernd Becher, Martha Maske, Kai Kippe, Karla Kaugummi sowie Carola und Pommfred Schranke wurden illustriert und u. a. für ihr Plakatmotiv auf bekannte Duisburger Hintergründe gesetzt oder konnten als Filter über Instagram interaktiv geteilt werden. Zum Start der Kampagne im Frühjahr 2021 waren die Müllies überall in der Stadt zu finden: Auf Großflächenwerbeplakaten, an City-Light-Standorten, auf einzelnen Treppenaufgängen im Hauptbahnhof, oder als Straßentattoos auf Einkaufsstraßen – sie sollten ohne persönlichen Kontakt überall dort zu sehen sein, wo die Abfälle entstehen.
  1. Ausgezeichnet wird auch der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel (ABK) mit ihrem „Protest der Tonnen – ein stiller Protest wird zum lauten Weckruf“ nach dem Motto: Wenn die Menschen nicht zu den Tonnen kommen, dann müssen die Tonnen zu den Menschen“. Eine starke Signalwirkung erzielten insbesondere die Bildsprache und die Tonnen als „Protagonisten“: Die Aktion, 350 orangefarbene Protesttonnen auf dem Areal der Reventlouwiese abzustellen, ging viral, zudem begleiteten Abfallmonster - 2,5 Kubikmeter große Abfallbehältnisse - die Kampagne wie auch die Plakatkampagne Sherlock Holmes: „Dies ist kein Tatort, Abfälle dürfen beseitigt werden!“
  1. Ausgezeichnet wird ebenso die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Hamm (ASH). Mit einer digitalen Schnitzeljagd hat die ASH auf die Themen Stadtsauberkeit, Littering und die Auswirkungen von Abfall auf die Umwelt während der Corona-Pandemie reagiert. Dafür wurde der digitale Umweltbildungsparcours entwickelt. Ursprünglich war die App für die Nutzung von Schulen gedacht, wurde dann aber auch auf die Zielgruppe Familien ausgeweitet. Insbesondere die Verbindung der Schnitzeljagd mit Informationen zu Stadtsauberkeit mit dem Medium App wurde als kreativ und originell bewertet.

Allen Teilnehmern herzlichen Dank für Ihre inspirierenden Einsendungen und den Preisträgern herzlichen Glückwunsch! 

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VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V.