Kreislaufwirtschaft
Berlin - 16.07.2021

Sommer, Sonne und Eis – das gehört zusammen.

Und so tummeln sich in deutschen Tiefkühltruhen zahlreiche Plastikbehälter voller Eiscreme.

Ist die Süßspeise verzehrt, nutzen Umweltbewusste oder Sparfüchse die Verpackung zur Aufbewahrung von Essensresten oder frieren darin erneut Lebensmittel ein. Das ist gut gemeint und praktisch gedacht, birgt jedoch Risiken. Die Verpackungen bestehen zumeist aus thermoplastischen Kunststoffen, die sich bei höheren Temperaturen verformen. Daraus können sich schädliche Substanzen lösen und ins Essen gelangen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, rät Rolf Buschmann, Experte für Abfall und Ressourcen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), davon ab, leere Eisverpackungen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln zu verwenden: „Eisverpackungen gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne und sollten fachgerecht recycelt werden. Um erneut Lebensmittel einzufrieren sind sie nicht geeignet.“ Aus Sicht des Umweltverbandes ist allerdings Müllvermeidung das Beste. Buschmann weiter: „Wir produzieren alle viel zu viel Müll, deshalb gilt: Immer dort, wo es geht, Müll vermeiden. Will man die Eisverpackungen nicht wegwerfen, so eignen sie sich dann noch für eine Zweitnutzung außerhalb des Lebensmittelbereiches, zum Beispiel zur Aufbewahrung von Schrauben oder anderen Kleinteilen, aber bitte nie für Lebensmittel.“

Wer Plastikmüll grundsätzlich vermeiden will, sollte ganz auf verpacktes Eis verzichten und sein Eis selbst machen. Dabei helfen zum Beispiel dauerhaft verwendbare Eisformen mit Stiel, die nur zum Einfrieren genutzt werden. „Auch beim Kauf solcher Förmchen sollten die Verbraucher genau hinschauen“, so der BUND-Experte weiter. „Eisformen müssen nachweislich für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sein, um gefahrlos verwendet zu werden. Unser Tipp: Achten sie auf der Rückseite auf das Glas-und-Gabel-Symbol, dann ist dieses Plastikprodukt für Lebensmittel geeignet.“

Weitere Informationen:

Mehr als 3,2 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungsmüll fielen im Jahr 2019 bundesweit an, von denen fast die Hälfte verbrannt statt recycelt wurde. Ob als Tüte, Trinkbecher, Kinderspielzeug oder Abfall – Kunststoffe belasten durch ihre vielen unbekannten zugesetzten Chemikalien unsere Gesundheit und die Ökosysteme. Die Broschüre „Achtung Plastik“ informiert über verschiedene Materialien und gibt Anregung, wo Plastik vermieden werden kann und welche Alternativen es gibt. Kostenloser Download unter: www.bund.net/achtung-plastik

Noch mehr Informationen zum Thema plastikfreies Leben hat BUND in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung im Plastikatlas 2019 zusammengestellt. Er präsentiert auf über 50 Seiten und in zahlreichen Grafiken Zahlen und Fakten rund um eine Welt voller Kunststoffe und bietet fundiertes Wissen über die Ursachen, die Treiber, die Auswirkungen und die globalen Zusammenhänge der Plastikkrise. Download unter: www.bund.net/plastikatlas.

Unter diesem Link sind auch alle Grafiken und Tabellen einzeln in verschiedenen Formaten zur freien Verwendung abrufbar.

Verschiedene Projekte und Kampagnen zeigen bereits, wie Mehrweg ganz praktisch funktioniert. So unterstützen der BUND Bremen und LIFE e.V. im Projekt „Essen in Mehrweg“ gastronomische Betriebe in den Regionen Berlin und Bremen bei der Einführung passgenauer Mehrweg-Takeaway-Lösungen: www.esseninmehrweg.de

Aktuell ist zudem „Plastic Free July“: Break Free From Plastic, das globale Netzwerk für eine Plastikwende, bei dem der BUND über das Bündnis Wege aus der Plastikkrise beteiligt ist, hat für jeden Tag im Juli diverse englischsprachige Vorträge und Lösungsmöglichkeiten zusammengestellt.

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.