Grünflächenpflege, Boden- und Landschaftsschutz
Recklinghausen - 20.04.2021
An vielen Gewässern hat die Stadt Schilder aufgestellt, auf denen optisch und per Text auf das Verbot und die Konsequenzen hingewiesen wird. Foto: Stadt RE

Die Regel ist überall gleich:

Ob an den Mollbeck-Teichen, den Gewässern im Erlbruch- oder Südpark oder dem Teich am Recklinghäuser Hauptbahnhof – es gilt ein Fütterungsverbot für Enten, Gänse, Tauben und andere Wildvögel an allen städtischen Gewässern.

Und das aus gutem Grund: Wie Ulrich Mühlenbeck, Sachgebietsleiter für Allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Stadt Recklinghausen, erklärt: „Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Grund ist, dass das Brot schädlich ist – für die Tiere und für die Gewässer, in denen Reste zurückbleiben. Ich bin mir sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger den Tieren etwas Gutes tun wollen, genau das passiert aber leider nicht.“ Denn: Die Tiere können krank werden, beispielsweise wenn das Brot beginnt zu schimmeln oder sie aufgrund der Überfütterung ihre natürliche Nahrung nicht mehr aufnehmen.

Ebenso kann das Füttern die Vögel künstlich am Gewässer halten, was bedeutet, dass es zu einer Überbevölkerung kommt, die dem Naturhaushalt schadet. Die Ausscheidungen der zu großen Population sind wiederum schlecht für das Gewässer, das sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr selbst reinigen kann. Ebenso schädlich ist im Wasser aufgelöstes Brot, das auf den Boden sinkt und den Sauerstoffgehalt des Wassers reduziert. „Das kann dazu führen, dass die Fische ersticken. Aber auch Schnecken, Würmer und andere Lebewesen, die wiederum die natürliche Nahrung der Vögel sind, können daran sterben“, sagt Mühlenbeck.

Weitere Gründe für das Fütterungsverbot, auf das die Stadt noch einmal deutlich hinweist:

So werden von den Nahrungsmittelresten Ungeziefer und Schädlinge wie Ratten angezogen, die Krankheiten verbreiten und materielle Schäden anrichten können. „Oft befinden sich in der Nähe von Gewässern Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel ein Spielplatz, auf dem Kinder ohne Risiko spielen sollten“, sagt Mühlenbeck. Genau das macht es aber wiederum auch schwierig für die Stadt und beauftragte Schädlingsbekämpfer*innen, einem solchen Problem Herr zu werden. „Im öffentlichen Raum ist es nicht ratsam, Giftköder auszulegen. Erst recht nicht, wenn sich Kinder in der Nähe aufhalten.“ Nahezu aussichtslos wird die Situation aber in dem Moment, indem weiterhin Nahrungsmittelreste vorhanden sind, die weitere Schädlinge anziehen.

An vielen Gewässern hat die Stadt Schilder aufgestellt. Auf diesen wird durch eine Zeichnung optisch und per Text auf das Verbot und die Konsequenzen hingewiesen. Wer beim Füttern erwischt wird, kann mit einem Verwarngeld belangt werden.

„Wir hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger, wenn sie um die Konsequenzen wissen, sich zweimal überlegen, ob sie die Tiere füttern. Denn den Tieren schaden möchte mit Sicherheit keiner von ihnen“, so Mühlenbeck.

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Stadt Recklinghausen