Fuhrpark und Mobilität
Dortmund/Hagen - 15.01.2021
Die Autobahn GmbH des Bundes

Die Säge lässt die frischen Späne wie Funken fliegen.

Stamm für Stamm fällt und auch das Buschwerk rund um das kleine Wäldchen in der Abfahrt der A45 ist nach wenigen Schnitten frisch frisiert.

Gehölzpflege an der Strecke: Tagesgeschäft für die Straßenwärterinnen und Straßenwärter der Autobahn Westfalen – wenn der Schneepflug in der Fahrzeughalle stehen bleiben kann.

Von Oktober bis Ende Februar nehmen die Meistereien die Randstreifen, Abfahrten und auch den Bewuchs in den so genannten Ohren der Autobahnkreuze ins Visier. Gehölzpflege dient dabei allein der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. „Bäume dürfen nicht zur Gefahr werden, Äste und Sträucher müssen für einen freien Blick zurückgeschnitten werden“, erklärt Jörg Nolte, als Abteilungsleiter Betrieb in der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH für die Unterhaltung der Strecken zuständig. Abschnitt für Abschnitt wird das „Straßenbegleitgrün“ von den Mitarbeitern gepflegt. Ziel dabei ist, vor allem Altbestände mit einem hohen Anteil an Totholz so zurückzuschneiden, dass sie einem „stufigen Aufbau“ entsprechen. Direkt neben dem Standstreifen schließt sich dabei eine Grasfläche an, dann folgt niedriges Buschwerk und erst im zurückliegenden Bereich einer Böschung stehen die höheren Bäume. „So reduzieren wir die Gefahren, die von abbrechenden Ästen oder auch umstürzenden Bäumen ausgehen können“, sagt Nolte. Eine Gefahr, die mit den Klimaveränderungen größer geworden ist. „Wir registrieren immer mehr kranke und abgestorbene Bäume“, erklärt der Fachmann. Mit der Folge, dass sich in den vergangenen zwei Jahren an die reguläre Gehölzpflege-Saison Monate angeschlossen haben, in denen die Säge nicht mehr weggepackt werden konnte. „Wir haben immer wieder so genannte Gefahrenbäume fällen müssen“, so Nolte. Kranke Eschen, vertrocknete Birken, Ahorn mit einem Pilz: „Die Bäume leiden unter der Trockenheit und sind anfälliger für Krankheiten.“

Lars Nielsen und Markus Siepmann, Straßenwärter der Autobahnmeisterei Hagen, sind in diesen Tagen zu zweit an der A45 unterwegs, um in Abfahrten die Sichtachsen freizuschneiden und in Böschungen einzelne Bäume zu fällen. Stück für Stück arbeiten sie sich durch den Bestand – abseits vom Verkehr. Dort, wo die Arbeiten den Verkehr massiv behindern würden oder der Bestand weit in die Höhe gewachsen ist, werden in der Regel Fällkräne von beauftragten Firmen eingesetzt, damit die Arbeiten schneller vorangehen. „Wir arbeiten außerhalb der Stoßzeiten“, betont Jörg Nolte. „Und wenn es auf einer Strecke durch unsere Arbeiten doch zu einem erheblichen Stau kommt, geben wir die Spur kurzfristig frei.“ Der Mitarbeiter der Autobahn Westfalen wirbt dennoch auch um Verständnis bei den Verkehrsteilnehmern, wenn es wegen der Gehölzpflege einmal stockt: „Wir sorgen dafür, dass alle sicher ankommen.“

Hintergrund

Werden Böschungen „auf den Stock“ gesetzt, werden die Stämme kurz oberhalb der Wurzel gekappt. Schon im nächsten Frühjahr treiben die Bäume wieder aus und bilden dann einen eher buschigen Bewuchs.

Das geschlagene Holz wird in der Regel sofort oder kurz nach dem Schlagen gehäckselt. Das Häckselgut dient der Spanplattenproduktion oder wird thermisch verwertet.

Wertvolles Stammholz lässt sich aus den Böschungen und Abfahrtsohren in der Regel nicht ernten. Darum übersteigen die Kosten der Gehölzpflege auch bei weitem die Einnahmen aus dem Verkauf von Holz oder Hackschnitzeln.

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