Energiewende und Energieversorgung
Berlin - 20.11.2020

Kraftvoller Start der Tarifverhandlungen für 90.000 Beschäftigte der privaten Energiewirtschaft: „Versorgungssicherheit ist zentral für die Infrastruktur in Deutschland!“

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) startet für rund 90.000 Beschäftigte der privaten Energiewirtschaft in die Tarifrunden.

Dazu gehören unter anderem die Unternehmen und Konzerne Vattenfall, E.ON (Bayernwerk, Westenergie, Avacon, Hansewerk), RWE, Uniper, SüWAG, Syna GmbH, ENTEGA und EnBW.

„Die Energiewirtschaft in Deutschland ist zentral für den Erhalt einer funktionierenden Infrastruktur. Versorgungssicherheit für Wirtschaft und Gesellschaft gelingt nur mit den Beschäftigten. Diese haben auch in diesem Jahr wieder teilweise bis über die Belastungsgrenze gearbeitet. Deshalb fordern wir gutes Geld für gute Arbeit“, betont Stefan Najda, ver.di-Bundestarifsekretär für die Energiewirtschaft.

Mit der Tarifkampagne Tarif Energie lädt die Gewerkschaft alle Beschäftigten in der Branche ein, sich aktiv einzubringen. Diese startete Anfang November mit den ersten groß angelegten Beschäftigten-Befragungen für die Tarifgemeinschaft Energie, für Uniper und für RWE. „Wir stellen die Beschäftigten in den Mittelpunkt und fragen: Was zählt für dich, damit du deine Arbeit bestmöglich vollbringen kannst?“, betont Najda, der auf eine große Beteiligung der Beschäftigten an der Kampagne setzt.

Für die Tarifgemeinschaft Energie fordern die Gewerkschaftsmitglieder u. a.:

  • 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • Monatlich 175 Euro mehr für Auszubildende.
  • Übernahme nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

Die Tarifverhandlungen der TG Energie starten am 16. Dezember 2020 im Maritim Airport Hotel Hannover.

„Tarifverhandlungen in Zeiten von Corona sind eine besondere Herausforderung“, betont Stefan Najda. Es sei wichtig, alle Beschäftigten zu erreichen, beispielsweise auch die Beschäftigten im Außendienst oder im Home-Office.

ver.di gehe daher neue, digitale Wege in der Ansprache: „Wir eröffnen unseren Kolleginnen und Kollegen mit unserer Online-Befragung die Chance, sich direkt zu beteiligen. Darüber hinaus erreichen wir sie mit personalisierten Videos, wir schaffen Aufmerksamkeit im Internet mit Webanzeigen und GIFs und wir geben ihnen konkrete Werkzeuge z.B. in Form eines Plakatgenerators an die Hand“, so Najda weiter.

Aber auch klassische Aktionen bis hin zum Arbeitskampf würden vorbereitet. So werde es zusätzlich klassische Kampagnentools wie Banner, Plakate und anderes mehr geben.

Informationen für die Redaktionen:

Tarifbeschäftigte im E.ON Konzern:

Der E.ON Konzern mit Sitz in Essen hat rund 80.000 Beschäftigte, davon fallen rund 30.000 in Deutschland unter den Tarifvertrag. Der Konzern ist hauptsächlich in den Bereichen Energienetze, Energiedienstleistungen und dem Betrieb und Rückbau deutscher Kernkraftwerke tätig.

Tarifbeschäftigte bei Uniper:

Uniper gehört zu den größten deutschen Stromproduzenten und betreibt bundesweit Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke. Uniper hat rund 11.500 Beschäftigte insgesamt, davon rund 4.000 in Deutschland.

Tarifbeschäftigte bei RWE:

Im RWE Konzern sind 16.000 Beschäftigte von den Tarifverhandlungen betroffen.

Tarifbeschäftigte in der Privaten Energiewirtschaft Baden-Württemberg:

In Baden-Württemberg sind 17.000 Beschäftigte in der Privaten Energiewirtschaft, größten Teil im EnBW-Konzern, von den Tarifverhandlungen betroffen.

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ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
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