Energiewende und Energieversorgung
Bonn - 20.11.2019
swb Stadtwerke Bonn GmbH

Investitionen in Fernwärmeleitung kommen Klima- und Umweltschutz zugute

Das Programm Fernwärme 2020 ist abgeschlossen. Seit August ist der Ringschluss im Fernwärmenetz zwischen Tannenbusch und Castell vollzogen – deutlich früher als geplant.

Zwei Stadtteile – Auerberg und Buschdorf – wurden ans Netz angeschlossen und dabei 8000 Meter Trasse verbaut, an der Römerstraße beginnend und mit dem Anschluss der Hans-Herter-Straße an die Schlesienstraße endend.

Die Leitung garantiert nun absolute Versorgungssicherheit für die Kunden im Bonner Norden. Sie sorgt zudem durch die Nutzung regenerativer Energie für ein klimafreundliches Plus in Bonn. Und sie ist ein wirtschaftlicher wie vertrieblicher Erfolg für SWB Energie und Wasser sowie BonnNetz: "Unsere Ausgangssituation war es, mindestens zwei Anker-Kunden zu akquirieren, um mit dem Ausbau starten zu können. Diese Kunden haben wir mit dem Heinrich-Hertz-Berufskolleg in Graurheindorf und der Montana-Wohnungsbaugesellschaft im Buschdorfer Neubaugebiet "Apfelgarten" gefunden", erklärt Robert Landen, Bereichsleiter Vertrieb SWB Energie und Wasser. "Zudem ist es uns gelungen, entlang der Strecke weitere Kunden zu gewinnen, deutlich mehr als erwartet. Damit sind unsere Investitionen von 7,5 Millionen Euro abgesichert."

Umsetzung des Programms seit Herbst 2013

Mit der Umsetzung des Programms 2020, mit dem der SWB-Aufsichtsrat 2013 den Ausbau des Fernwärmenetzes beschlossen hatte, begann SWB Energie und Wasser noch im selben Jahr. Die BonnNetz setzte die Arbeiten dann ab Januar 2015 fort. "Das Ziel war es, die bis dato nach Tannenbusch führende Fernwärme-Stichleitung mit der Leitung in Bonn-Castell unter Anbindung von Auerberg und Buschdorf in einem großen Ringschluss zu vereinen", erklärt Michael Hahn, Fachbereichsleiter Fernwärme Netz-/Anlagenservice bei BonnNetz.

Dafür verlegte BonnNetz neue Fernwärmeversorgungsleitungen im Bonner Norden und meisterte auch so manchen bautechnischen und logistischen Kraftakt: beispielsweise die Unterquerungen der Straßenbahn im Bereich der Herseler Straße, der Autobahn BAB 555 und 565 und des Rheindorfer Baches.

"Hätte die bisherige Stichleitung in der Vergangenheit bei einer erheblichen Störung abgeschaltet werden müssen, lässt sich jetzt in einem solchen Fall die Wärme von der anderen Seite der Leitung her zuführen", so Hahn. Die neue Leitung ist zudem so ausgelegt, dass weitere Anschlüsse für neue Fernwärmekunden jederzeit hergestellt werden können. Weiterhin verfügen die verlegten Fernwärmeleitungen über eine innovative Technik zur frühzeitigen Erfassung von Undichtigkeiten mittels in der Wärmedämmung integrierter Sensoren. Alarmmeldungen werden automatisiert über die Prozessleittechnik an den zuständigen Meisterbereich übermittelt.

Fernwärme in Bonn hat lange Tradition

Auf Fernwärme wird in Bonn schon seit den 1950er Jahren gesetzt. "Das hat mehrere gute Gründe: Sie ist günstig, praktisch und unkompliziert. Sie kommt als fertige Wärme ins Haus. Heizkessel, Öltank, Schornstein und Abgaskontrollen entfallen. Die Wärmeübergabe erfolgt bequem mithilfe einer kleinen, kompakten Übergabestation", sagt Hahn. Die Bonner Fernwärme weist zudem eine sehr gute Umweltbilanz auf: Sie ist das Produkt der Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkraftwerk Nord und nutzt als Energiequelle auch den Dampf, der in der Müllverwertungsanlage aus Siedlungsabfällen gewonnen wird. Sie erfüllt damit alle Auflagen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes und wird einem Schlüsselfaktor des Klimakonzeptes in Bonn gerecht: der effizienten Wärmebereitstellung.

Investitionen in Fernwärmeleitung kommen Klima- und Umweltschutz zugute

Die Investitionen von SWB in die neuen Fernwärmetrasse kommt somit in erheblichem Maße dem Klima- und Umweltschutz zugute. "Der Ausbau der Fernwärme wird sicherlich zeitnah weitergehen – Fernwärme ist ein Zukunftsthema, grade in Zeiten des Klimawandels. Wir werden zunächst das bestehende Netz verdichten und Insellösungen finden, um zum Beispiel Neubaugebiete anzuschließen", sagt Robert Landen.

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