Fuhrpark und Mobilität
Emden - 14.11.2019
Stadtwerke Emden GmbH

Stadt auf Umstellung des VW Werks auf Elektromobilität gut vorbereitet

Emden ist zum zweiten Mal in Folge unter den Top 20 im Smart City-Ranking „Digitales Deutschland“.

Die Starnberger Unternehmensberatung Haselhorst Associates hat auch 2019 die 400 deutschen Städte mit über 30.000 Einwohner in Sachen Smart City untersucht, um den Handlungsbedarf der Kommunen zu erkennen. Neben Norderstedt ist Emden die einzige mittelgroße Stadt vorne im Ranking.

„Smart City bedeutet, das Leben der Menschen zu verbessern und gleichzeitig die Stadt als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen“, sagt Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, Initiator der Smart City-Roadmap, mit deren Umsetzung die Seehafenstadt bereits 2016 begonnen hat. „Alle begonnenen Projekte wurden im letzten Jahr weiter vorangetrieben“, heißt es in der Beurteilung. So zum Beispiel beim Ausbau des Glasfasernetzes. Emden hat im vergangenen Jahr Gewerbegebiete mit Glasfaser versorgt und dieses Jahr in der Innenstadt begonnen. Dafür wollen die Stadtwerke innerhalb von zehn Jahren rund 45 Millionen Euro in die Hand nehmen. Für den Stadtwerke-Chef ist der Ausbau unverzichtbar, um das Projekt Smart City Emden, in dem alle wichtigen Bereiche des Alltagslebens digitalisiert werden sollen, realisieren zu können.

Die jüngste Entwicklung Emdens wird wesentlich von der Entscheidung des VW-Konzerns beeinflusst, in Emden künftig ausschließlich Elektrofahrzeuge zu produzieren. Ab 2023 sollen 600 000 reine Elektrofahrzeuge vom Band rollen. „Auch hier hat Emden vorausgedacht und früh hervorragende Voraussetzungen für die Co2-neutrale Produktion von Elektrofahrzeugen und Batterien vor Ort zu schaffen“, sagt Jürgen Germies, Partner bei Haselhorst Associates. Der frühzeitige Start mit der Smart- City-Roadmap erweist sich als Glücksfall. 2016 war die Umstellung auf Elektrofahrzeuge noch nicht abzusehen.

Die Emder waren also in der Lage, sofort nach der Entscheidung von VW auf die weit reichenden Veränderungen in der Stadt einzugehen und zu handeln. Zum Beispiel rechnet Ackermann damit, dass viele VW-Beschäftigte rasch auf die neuen E-Autos ihres Arbeitgebers umsteigen werden. „Wir haben ganz Straßenzüge, in denen fast nur VW-Angestellte wohnen“. Wenn die nach der Schicht alle gleichzeitig ihre Fahrzeuge laden, muss das Stromnetz entsprechend vorbereitet sein. Um einen Kollaps zu verhindern, „ertüchtigen“, so der Fachjargon, die Stadtwerke das Netz derzeit per Stresstest, und zwar mit Übungen, in denen unregelmäßige Stromnachfrage und die Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom simuliert werden.

Beim Projekt „Intelligente Energiestadt“ hat Emden seit zwei Jahren mit Siemens einen starken Partner an der Seite. Der Technologiekonzern erprobt in Ostfriesland im Kleinen, was eines Tages in großen Städten auf der ganzen Welt funktionieren soll. Ziel ist eine IT-Architektur, in der Energieversorgung, Verkehrs- und Parkraumsteuerung sowie Kommunikation mit Gebäuden ein Ganzes bilden. Beispiel: Die Temperaturen ziehen an, kurzfristig müssen die Heizungen in den Schulen und Sporthallen angestellt werden. Die Zeiten, in denen der Hausmeister losfahren muss, sind vorbei. Von der Schaltzentrale bei den Stadtwerken aus kann heute alles gesteuert werden.

Und wie profitiert die Emder Bevölkerung schon heute von der Smart City?

Zum Beispiel durch die neuartige Stadt-App Keptn: Sie liefert nicht nur Informationen über die Stadt, den aktuellen Verkehr, Umleitungen und freie Parkplätze. Bisher einzigartig: Da es sich um eine webbasierte App handelt, kann man nicht nur per Smartphone sondern auch vom PC direkt darauf zugreifen. Neu, ist dass man vom Smartphone aus in über 40 Emder Geschäften Gutscheine kaufen kann, die in allen beteiligten Geschäften und Restaurants eingelöst werden können. „Was Amazon im Großen macht, machen wir im Kleinen. Dann bleibt das Geld in der Stadt, und davon profitieren alle“, so Stadtwerke-Chef Ackermann. Die Resonanz der Emder Bevölkerung auf dieses bisher einmalige Angebot hat die Erwartungen der Stadt übertroffen: Rund 4.000 Nutzer sind ständig auf der Seite unterwegs, rund 20.000 Zugriffe pro Woche werden registriert.

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