Öffentlicher Personennahverkehr
Offenburg - 11.06.2019

Gegendarstellung der TGO zum Artikel „Höhere ÖPNV-Preise – »ein Wucher!«“ der Kehler Zeitung vom 08.06.2019 

Der Tarifverbund Ortenau (TGO) hat in seiner ersten Gesellschafter- und Beiratssitzung des Jahres eine durchaus moderate Preiserhöhung beschlossen.

Hintergrund der Tarifanpassung sind die gestiegenen Personal- und Betriebskosten der Verkehrsunternehmen (TGO-Gesellschafter) sowie die fallenden Tarifzuschüsse aus öffentlichen Mitteln, die direkten Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen.

Unrichtig ist die Behauptung, dass man Wünsche der Fahrpreisreduzierung, wie von der Linken Liste Ortenau behauptet, „einfach in den Wind schlage“. Vielmehr wurde bereits zum 01.08.2017 durch die erfolgreiche Preisstufenreform der Verbundtarif, als einziger im Land, um durchschnittlich 3,8 Prozent abgesenkt. Unterstrichen wird der Trend zur Vergünstigung des Verbundtarifs durch die Entscheidung der TGO-Gremien, die diesjährige Tarifanpassung mit 0,4 % unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Erhöhung zu beschließen. Somit tragen die Verkehrsunternehmen, trotz wirtschaftlicher Zwänge, zur Vergünstigung der Tarifstruktur bei.

Auch der Hinweis, dass ein Einzelfahrschein mit künftig 2,65 € oder eine Monatskarte mit derzeit 82,10 € zu teuer sei, ist nicht haltbar. Der TGO-Tarif bietet jedem attraktive Möglichkeiten dauerhaft günstig mit Bus und Bahn mobil zu sein. Die Einstiegspreisstufe der regulären Monatskarte, mit der in der TGO bereits drei Tarifzonen durchfahren werden können, liegt ab 01.08.2019 bei 50,20 €. Berufspendler erhalten in der Einstiegspreisstufe das Job-Ticket-Abo bereits für 39,70 € pro Monat. Schüler, Auszubildende und Studenten können mit dem Schüler-Abo für 32,80 € im Monat zusätzlich von einem Rabatt gegenüber der regulären Schüler-Monatskarte profitieren.

Darüber hinaus, bietet die TGO-Punktekarte, mit der Jedermann flexibel und spontan unterwegs sein kann, mit 2,06 € pro Fahrt für drei Tarifzonen, einen günstigen Einstiegspreis.

Ein gewünschtes „Kurzstreckenticket“ zum geforderten Niedrigpreis von „unter einem Euro“ ist nur schwer finanzier- und kontrollierbar. Im Freiburger Verkehrsverbund (RVF) erfordert das Kurzstreckenticket mit einem Fahrpreis von 1,50 € (Einführung zum 01.08.2019, gültig nur in Bussen und Straßenbahnen) einen Tarifzuschuss von voraussichtlich 650.000,- € pro Jahr (Quelle: RVF-Regio-Verkehrsverbund Freiburg).

Es kann auch nicht die Rede vom teuersten Verkehrsverbund in Baden-Württemberg sein. Im Bereich der Zeitkarten, die rund 70% der Kunden der TGO nutzen, liegt die TGO im normalen Preisgefüge zu den umliegenden Verkehrsverbünden.

Für eine noch größere Absenkung des TGO-Tarifs würden weitaus höhere Tarifzuschüsse des Ortenaukreises notwendig, die eine Anpassung der Kreisumlage zur Folge hätte. Zusätzlich muss beachtet werden, dass ein extrem niedriges Tarifniveau kein Garant für Fahrgastzuwächse ist.

Den Ausbau des ÖPNV in der Ortenau treiben die tätigen Verkehrsunternehmen stetig und ständig voran. Gerade der neue Stadtverkehr in Kehl ist hier ein gutes Beispiel. Allerdings sind auch hier durch wirtschaftliche Zwänge Grenzen gesteckt, die nicht ohne weiteres überwunden werden können.

Letztendlich bietet der TGO-Tarif für jeden Nutzer ein Produkt, mit der der Fahrgast auf Dauer günstig in der Ortenau mit Bus und Bahn unterwegs sein kann.

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TGO-Tarifverbund Ortenau GmbH