Wissenswertes und Sonstiges
Mainz - 05.12.2018

„Spielerisch an Umweltthemen heranführen“

Am heutigen Tage eröffnete die Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Ulrike Höfken das „UmweltBildungsZentrum“ in Mainz-Weisenau (Wormser Straße 185) offiziell als zentralen Ort außerschulischen Lernens mit dem Schwerpunkt „Kreislaufwirtschaft“. Das Angebot richtet sich vorwiegend an die Altersstufen der 3. bis 7. Klassen.

Im „UmweltBildungsZentrum“ (ubz) wird mit Hilfe von interaktiven und erlebnispädagogischen Elementen künftig Umweltwissen vermittelt. Die Verknüpfung von spannenden Erfahrungen und Sachwissen vermittelt Kenntnisse zu den Themen Abfalltrennung und -vermeidung, Vergärung, Kompostierung, Mikroorganismen, erneuerbare Energien und energetische Verwertung. Dabei werden die beiden Erlebniswelten Verwertung von Bioabfall und Energie aus Restabfall angeboten.

„Unsere Ressourcen sind endlich. Nicht nur die Folgen des Klimawandels, wie etwa hier in Mainz das Niedrigwasser im Rhein oder die Erhitzung der Städte, sondern auch die Plastik-Probleme in Umwelt und Gewässern haben uns in diesem Jahr wieder gezeigt, dass wir unseren Energie- und Rohstoffeinsatz minimieren müssen. Wie es gelingen kann, weniger Ressourcen zu verbrauchen, zeigt das neue UmweltBildungsZentrum der Stadt Mainz. Hier macht Umweltbildung von klein auf Schule“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützte die Schaffung dieses Angebotes bei einer Gesamtkostensumme von rund 2.2 Mio. Euro mit Fördermittel in einer Höhe von etwa 296.000 Euro.

Bürgermeister Günter Beck, der die in Mutterschutz befindliche Umweltdezernentin Katrin Eder vertritt, betonte im Zuge der Eröffnung die Wichtigkeit dieses Projektes: „Das UmweltBildungsZentrum soll nicht nur als pädagogische Einrichtung bei den Kindern und Jugendlichen zum umweltbewussten Denken und Agieren beitragen und junge Menschen spielerisch an Umweltthemen heranführen. Durch die energieeffiziente Bauweise gilt der Neubau zugleich als vorbildlich im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Das Gebäude wurde größtenteils aus Recyclingbeton gebaut. Als Niedrigenergiehaus mit Passivhauskomponenten kann es sich zu 50 Prozent selbst mit Strom und Wärme versorgen. Dafür leisten eine Photovoltaikanlage und eine Luft-Wärmepumpe ihren Beitrag.“

Für die Exkursionen in die Erlebniswelten werden die Kinder/Jugendlichen im übertragenen Sinne auf die Größe von Mikroorganismen und Molekülen „geschrumpft“, um die Prozesse aus dieser Perspektive erkennen und verstehen zu können. Bepackt mit Rucksack, Stoppuhr und Forschungsaufträgen werden sie - nach einem Einstieg ins Thema - in kleinen Teams alleine los geschickt. In mehreren Räumen erkunden sie den Weg des Bioabfalls bzw. des Restmülls von der Tonne bis hin zur Verwertung. Im Anschluss stellen sie die Ergebnisse der Forschungsaufträge vor, ergänzt werden diese durch anschauliche Experimente.

Hermann Winkel, 1. Werkleiter des Entsorgungsbetriebes der Stadt Mainz:

„Allgemeine Zielsetzung ist es, nicht nur die fachliche Ergänzung und Aufwertung für den Lehrplan durch Erlebnispädagogik zu erreichen, sondern zudem ein grundsätzlich positives Umweltbewusstsein im Umgang mit Ressourcen und Abfällen in den jüngeren Generationen zu verfestigen.“

Hintergrundinformationen

Bauliche Aspekte

Die Hauptnutzung des ubz zielt auf Schulklassen, welche die Erlebniswelten zum Thema „Abfall“ und „Energie“ besuchen.
Alle Bauteile des Bauwerkes wurden aus Recycling-Beton hergestellt: die Bodenplatte, die Wände als auch die Decke. Insgesamt wurden rund 650 m³ Recycling-Beton verbaut (davon 400 Tonnen Recyclat aus der Aufbereitung von Altbetonbruch). Zudem weist das ubz

  • Holzfenster im gesamten Gebäude auf,
  • 30 cm starke Fassadendämmung aus Mineralwolle,
  • regeneratives Energiekonzept mit Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • Photovoltaikanlage 30 KWp und Eigenstromnutzung
  • Mit 50 %iger Unterschreitung des EnEV-Anforderungswertes für Neubauten wurde das Gebäude im Bereich der thermischen Hülle sowie der Haustechnik in Anlehnung an den Passivhausstandard ausgeführt
    Die Gesamtkosten des Projektes betrugen rund 2,2 Mio. Euro.

Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz:

  • zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb
  • Ca. 500 Mitarbeiter, davon etwa 430 im operativen Bereich
  • Entsorgung in der Landeshauptstadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen und damit bei etwa 416.000 Personen
  • Straßenreinigung in Mainz: täglich ca. 187,5 km durch 15 Kolonnenfahrzeuge (Ausnahmen: Einsätze am Wochenende/ Sonderreinigungen wie am Rosenmontag, Johannisfest oder zu anderen Veranstaltungen)
  • Öffentlichkeitsarbeit und Abfallpädagogik

Ablauf der Exkursionen

  • Das neue ubz basiert auf der Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes des alten UmweltBildungsZentrum, der „begehbaren Kompostmiete“, das nun die begehbaren Erlebniswelten „Energie aus Bioabfall“ und „Energie aus Restabfall“ bietet.
  • Als Grundlage dient die Zielvorgabe „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Wissen wird vernetzt und Bezüge zu anderen Umweltthemen, angrenzenden Lebensbereichen und dem persönlichen Erfahrungshorizont hergestellt.
  • Die Kurse starten mit einer Abfallsortieraktion. Geleitet durch Hörspiele und auf Mikroorganismengröße „geschrumpft“ gelangen die Kleingruppen von Schülern (Forscherteams) durch eine große Rutsche in die Erlebniswelt mit „ihrem“ Abfall und erkunden dort selbstständig den Weg des Abfalls.
  • Dieser stellt sich für sie überlebensgroß dar (z.B. durch eine 3 Meter hohe Karotte) und bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Anfassen, Riechen oder Mitmachen. Die Gruppen durchlaufen die Verwertung des Abfalls bis zum Ende und notieren ihre Ergebnisse von den Hörspiel- und Arbeitsstationen.

Ziel der Exkursionen:

  • Aufgaben/Anlagen moderner Abfallwirtschaft werden gezeigt
  • Vermittlung der Prinzipien eines ökologisch nachhaltigen Stoffstrommanagements als Basis der Kreislaufwirtschaft
  • nachhaltiges Interesse am Thema Abfall wecken, Fachkenntnisse altersgerecht vermitteln
  • Umweltbewusstsein schaffen, nachhaltige Denkweise verfestigen
  • Bewerbung/Durchführung der Exkursionen: Bewerbung durch Flyer in allen Mainzer Schulen; durchgehende Bewerbung auf der Internetseite der Stadt und des Entsorgungsbetriebes
  • Durchführung durch Abfallpädagoginnen des Entsorgungsbetriebes für Mainzer Schulen/Schulen des Landkreises.

Umsetzung „UmweltBildungsZentrum“ 

Am Großprojekt der Stadt Mainz und des Entsorgungsbetriebes der Stadt Mainz sind zudem folgende Akteure beteiligt:

  • EGM – Entsorgungsgesellschaft Mainz mbH,
  • Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten,
  • Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz,
  • Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz und der
  • Landkreis Mainz-Bingen.

Planung und Bauleitung wurde durch die Architekten Ries & Ries vorgenommen.
Das pädagogische Konzept wurde von JuP-Umweltbildung, Jungwirth & Proswitz GbR entworfen.
Die Gestaltung anhand des Konzeptes für die Innenräume mit der einmaligen Erlebniswelt wurde durch MacConnell‘s vorbereitet und dann in Zusammenarbeit mit der Firma Expofaktum verwirklicht.

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Stadtverwaltung Mainz
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