Grünflächenpflege, Boden- und Landschaftsschutz
Recklinghausen - 20.04.2018

Lachs, Maifisch und Aal auf dem Weg von Rhein und Rur in die Meere und zurück

Das LANUV-NRW informiert am „World Fish Migration Day“ über die Wege der Wanderfische

Bereits eine kleine Barriere in einem Bach kann dazu führen, dass ein Wanderfisch seinen Laichgrund nicht mehr erreichen und somit kein neuer Lebenszyklus beginnen kann. Dabei legen Wanderfische wie Lachs, Maifisch oder Aal Distanzen von mehreren 1000 Kilometern zurück, um zurück zu Ihren Laichgründen zu gelangen.

Vor allem der Rhein und seine Zuflüsse in Nordrhein-Westfalen sind ein europäisch bedeutender Lebensraum für Wanderfische. In den vergangenen Jahren wurde dieses System von vielen alten Wehren befreit oder Fischtreppen installiert, um den Wanderfischen die Möglichkeit wiederzugeben, ihre Laichgründe zu erreichen. Mit Programmen zur Wiederansiedlung und dem Aussetzen von Millionen von jungen Lachsen, Aalen und Maifischen, konnten so einstmals verlorene gegangene Populationen in NRW wieder etabliert werden.

Lachse werden zum Beispiel in NRW im Sieg- und Wuppersystem angesiedelt. Etwas weniger bekannt ist, dass auch im deutschen Teil der Eifel-Rur Lachse wiederangesiedelt werden, die in den Niederlanden in die Maas mündet. Und das schon seit mehr als zwanzig Jahren. Insgesamt wurden in NRW seit dem ersten Aussatz von Junglachsen in den 1990er Jahren rund 5000 zurückkehrende Lachse registriert – mehr als in jedem anderen Bundesland.

Anlässlich des „World Fish Migration Day“, dem Welt-Wanderfisch-Tag am Samstag, den 21. April 2018, sind neben den vielen ehrenamtlichen Fisch- und Wasserschützern auch die Mitarbeiter des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) unterwegs und informieren über das NRW-Wanderfischprogramm.

Am Flürener Altrhein in Wesel informiert das LANUV gemeinsam mit der Biologischen Station Wesel am Niederrhein und einem Rheinfischer über den Lebensraum von Lachsen, Aalen und Maifischen: http://www.lokalkompass.de/wesel/natur/bootsfahrt-am-rhein-zum-weltwanderfischtag-d873356.html

An der Eifel-Rur in Obermaubach wird unter anderem das 22. Jährige Bestehen des Lachs-Wiederansiedlungsprogramms gefeiert: http://www.kreisfischereiverein-dueren.de/wanderfischprogramm.html

Hintergrundinformationen NRW-Wanderfischprogramm

In Nordrhein-Westfalen sind elf Fischarten heimisch, die im Laufe ihres Lebenszyklus zwischen Süßwasser und Salzwasser, also Flüssen und Meeren wechseln. Dazu gehören Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Aal, Maifisch, Finte, Stör, Flunder, Stint, Flussneunauge und Meerneunauge. Durch Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungsprogramm sind alle diese Fischarten, bis auf den Stör, wieder im Einzugsgebiet des Rheines zu finden.

Zu den Schwerpunktgewässern für die Wiederansiedlung von Lachsen zählen neben der Sieg als Pilotgewässer Wupper, Dhünn und Eifel-Rur. Lippe, Ems, Weser und der Unterlauf der Ruhr sind besonders für den Aal wichtig. Der Rhein selber ist Schwerpunkt für die Wiederansiedlung des Maifisches.

Unter den Top 10 der weltweit am weitesten wandernden Tierarten überhaupt zählen die Fischarten Lachs und Aal. Diese Arten sind in der Lage, ihren Stoffwechsel an den Wechsel zwischen dem Süßwasser der Flüsse und dem Salzwasser der Meere anzupassen. Zwischen ihrem Schlupf aus dem Ei in einem Fleißgewässer mit Süßwasser, dem Abwandern als Jungfisch in die Meere mit Salzwasser, der Fortpflanzung und Rückkehr in die Laichgründe im Fließgewässer liegen viele Jahre in denen sie viele tausende Kilometer wandern. Das Laichgewässer finden sie dabei wieder über die Navigation mittels Magnetfelderkennung und einem sehr ausgeprägten Geruchsinn.

Wanderfische sind darauf angewiesen, dass sie nicht nur ungehindert wandern, sondern auch der Zustand ihrer Laichgründe und all ihrer weiteren Lebensräume über die Jahre und Distanzen eine ausreichende Qualität haben.

Weitere Informationen zum „World Fish Migration Day“ und zum NRW Wanderfischprogramm sind zu finden unter:

Informationen zu den Informationsveranstaltungen mit Teilnahme der Wanderfischexperten des LANUV sind zu finden unter:

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Wanderfische in Nordrhein-Westfalen als PDF
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)
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