Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Berlin - 14.11.2017

Was unternimmt Deutschland?

Deutschland arbeitet an der Umsetzung ambitionierter Klimaziele. So will die Bundesregierung Treibhausgasemissionen in Deutschland stark reduzieren. Das soll vor allem durch den Ausbau erneuerbarer Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden.

Deutschland setzt sich seit den 1990er Jahren aktiv für den Klimaschutz ein und hat dabei bereits große Fortschritte erzielt. Gegenüber 1990 sind die Treibhausgasemissionen nach Schätzungen um etwa 27,6 Prozent zurückgegangen. Die erneuerbaren Energien wurden massiv ausgebaut – ihr Anteil hat sich fast verzehnfacht.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Mit dem Energiekonzept von 2010 und dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 aus dem Jahr 2014 hatte die Bundesregierung ihre bisherigen Maßnahmen ergänzt.

Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

Am 3. Dezember 2014 hat das Bundeskabinett das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen. Das Programm soll ermöglichen, dass Deutschland den Umfang seiner Treibhausgasemissionen von rund 1.250 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 1990 bis 2020 um 40 Prozent mindert – auf höchstens 750 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das Programm umfasst politische Maßnahmen, Umsetzungsbegleitungen und langfristige Pläne. Aktivitäten von Ländern und Kommunen sind ebenfalls enthalten. Seit dem ersten Treffen des Aktionsbündnisses Klimaschutz im März 2015 trifft sich das Bündnis zweimal jährlich. Die Bundesregierung begleitet die Umsetzung des Aktionsprogramms in einem kontinuierlichen Prozess und berichtet jährlich in einem Klimaschutzbericht dazu.

Klimaschutzplan 2050

2016 hat Deutschland Meilensteine für eine Reduktion der Treibhausgase, den Ausbau der erneuerbaren Energien und gesteigerte Energieeffizienz festgehalten. Im Klimaschutzplan 2050 werden erstmals Klimaziele für einzelne Wirtschaftszweige gesetzt. Der Plan bietet konkrete Orientierung für Investitionen und strategische Entscheidungen. Die Bundesregierung wird die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen der Maßnahmen jeweils abschätzen und politisch bewerten.

Der Klimaschutzplan 2050 – Die deutsche Klimaschutz-Langfriststrategie

Im November 2016 verabschiedete die Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050. Damit war Deutschland eines der ersten Länder, das die im Pariser Abkommen geforderte Klimaschutz-Langfriststrategie erstellt und bei der UN vorgelegt hat. Die Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzplan 2050 ihre nationalen Klimaschutzziele bestätigt und weiter präzisiert. Deutschlands anspruchsvolles Langfristziel ist es, bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden.

Abfallwirtschaft und private Haushalte vorbildlich

Deutschland ist durch Verwertung und Recycling Vorreiter bei der Umsetzung einer klima- und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. So verzeichnete die Abfallwirtschaft seit 1990 den stärksten Emissionsrückgang. Sie minderte den Ausstoß um mehr als 70 Prozent. Mit knapp 38,5 Prozent hatte die Energiewirtschaft 2015 den größten Anteil an den deutschen Gesamtemissionen. Die Emissionen der Industrie sind für ein Fünftel des deutschen Treibhausgasausstoßes verantwortlich. Der Verkehrssektor verursacht knapp 18 Prozent der Emissionen in Deutschland. Rund 96 Prozent dieser Emissionen resultieren aus dem Straßenverkehr. Etwa die Hälfte aller deutschen Emissionen deckt der europäische Emissionshandel ab.

Deutsche Emissionshandelsstelle

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt ist die nationale Behörde für die Umsetzung des europaweiten Emissionshandels für stationäre Anlagen sowie für den Luftverkehr. Zu ihren Aufgaben gehören die Zuteilung und Ausgabe der Emissionsberechtigungen, die Prüfung der Emissionsberichte und der Überwachungspläne sowie die Verwaltung von Konten im EU-Emissionshandelsregister.

Private Haushalte sparten zwischen 1990 und 2015 bereits mehr als ein Drittel (circa 35 Prozent) an Emissionen. Die Treibhausgasemissionen im Gewerbe/ Handel/ Dienstleistungen (GHD)-Sektor sind seit 1990 um mehr als die Hälfte (rund 54 Prozent) gesunken.

Klimafreundlich investieren, bauen und wohnen

Diverse Förderprojekte unterstützen klimafreundliche Innovationen. Die Bundesregierung investierte im Rahmen der Hightech-Strategie 2014/ 2015 etwa 14 Milliarden Euro in Innovationsförderung.

Drei Viertel der Menschen in Deutschland leben in Städten. Daher gibt es eine Vielzahl an Informationen und Klimaschutzinitiativen für Städte und Kommunen. Mit seiner Kaufentscheidung kann auch auch jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen: Der "Blaue Engel" gibt Orientierung. Mehr als 12.000 umwelt- und klimaschonende Produkte und Dienstleistungen sind bereits mit dem Siegel gekennzeichnet.

Auch beim klimafreundlichen Bauen und Wohnen hat die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen beschlossen. Dazu gehören eine Energieeffizienz-Strategie für Gebäude mit Energieberatung, die steuerliche Förderung energetischer Sanierungen sowie die Weiterentwicklung, Verstetigung und Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms bis 2018.

Deutschland unterstützt Entwicklungsländer

Die Bundesregierung engagiert sich zudem weltweit für den Klimaschutz. Sie stellte 2015 rund 2,7 Milliarden Euro aus ihrem Haushalt bereit für die technische und finanzielle Unterstützung von Entwicklungsländern bei Klimaschutz-und Anpassungsmaßnahmen. Die bundeseigene KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ergänzten diese Förderung durch weitere 4,7 Milliarden Euro aus Kapitalmarktmitteln.

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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
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