Klimawandel, Lärmschutz, Nachhaltigkeit
Hohenpeißenberg - 13.09.2017

50 Jahre Ozon-Messungen auf dem Hohenpeißenberg

Der internationale Tag zum Schutz der Ozonschicht ist der 16. September. Er erinnert an die Unterzeichnung des „Montrealer Protokolls“ am 16. September 1987, das vor genau 30 Jahren den weltweiten Ausstieg aus der Produktion und Verwendung von Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen, den sogenannten FCKW, einleitete.

Diese Ozon zerstörenden Gase waren Ursache für das lebensbedrohliche „Ozonloch“, das vor allem in den Achtziger Jahren neben dem sauren Regen zu einem Synonym für die Schädigung unserer Umwelt wurde. Den Erfolg der damals in Montreal abgeschlossenen internationalen Verträge, sowie 50 Jahre erfolgreiche Messungen des atmosphärischen Ozons durch den Deutschen Wetterdienst (DWD), feiert ein internationales Wissenschaftlergremium am 22. September 2017 auf dem Hohenpeißenberg, südwestlich von München.

Erste Ozonsondierungen am Hohenpeißenberg vor genau 50 Jahren

Schon 20 Jahre vor dem Montrealer Protokoll, d. h. bereits 1967, startete der Atmosphärenforscher Dr. Walter Attmannspacher am Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg des DWD ein umfangreiches Ozonmessprogramm. „An Ozonzerstörung und FCKW dachte damals noch niemand“, so heute Dr. Wolfgang Steinbrecht vom Observatorium. „Ziel war es, mit den Messungen Informationen über die oberen Luftschichten zu gewinnen und damit die Wettervorhersage zu verbessern“. Sondiert wurde das vertikale Ozon-Profil mit Wetterballons und Ozonsonden bis in 30 km Höhe (Abb. 1). Wenig später kam zur genauen Messung der Ozon-Gesamtsäule ein Dobson-Spektrometer dazu (Abb. 2). Als 1974 der Verdacht aufkam, dass die FCKW die Ozonschicht schädigen könnten und erst recht, als 1984 das Ozonloch über der Antarktis entdeckt wurde, begann das weltweite Interesse an den DWD-Daten. Das Programm zur Bestimmung des atmosphärischen Ozon-Gehalts vom Erdboden aus wurde um ein Brewer-Spektrometer und ein Laser-Radar erweitert. Die Messungen bilden seit Ende der 1990iger Jahre die Basis der luftchemischen Messungen des DWD im Rahmen des internationalen wissenschaftlichen Programms „Global Atmosphere Watch (GAW)“ der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) auf dem Hohenpeißenberg.

DWD-Messungen zeigen: geschädigte Ozonschicht erholt sich nur langsam

Die 50-jährige Hohenpeißenberger Ozonmessreihe (Abb. 3) zeigt deutlich den Ozonrückgang von Ende der 1960er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre, verursacht durch Emission ozon-zerstörender FCKW. Dank des Montrealer Protokolls werden seit Mitte der 1990er weltweit praktisch keine ozonzerstörenden FCKW mehr emittiert, seit Ende der 1990er Jahre geht ihre Konzentration in der Ozonschicht langsam zurück. Die mit modernsten Ballon-Sonden am Hohenpeißenberg durchgeführten Ozonmessungen zeigen ebenso wie weltweite Satellitendaten, dass der Ozonrückgang gestoppt wurde und die Ozondichte seit 2000 in der Tendenz wieder nach oben geht. Allerdings ist immer noch zu viel FCKW in der Atmosphäre und in manchen Jahren, z. B. 2016, sind die Ozonwerte dadurch niedrig. Die lange Lebensdauer der FCKW von etwa 60 bis 80 Jahren erlaubt nur langsam eine Erholung von den einstigen Schäden. Eine Ozondichte wie in den 1960iger Jahren wird frühestens für die zweite Hälfte unseres Jahrhunderts erwartet.

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Deutscher Wetterdienst
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